28.06.2010, 15:39 Uhr
Piraten haben vor der Küste Somalias einen Frachter mit 19 chinesischen Matrosen an Bord entführt. Wie die chinesische Seerettungsstelle mitteilte, war die unter der Flagge von Singapur fahrende "Golden Blessing" auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Indien. Ein Helikopter der deutschen Marine überflog das Frachtschiff im Golf von Aden und bestätigte die Entführung, griff aber aus Sicherheitsgründen nicht ein.
Die chinesische Seerettungsstelle erklärte, eine Rettungsaktion sei angelaufen, ohne aber Details zu nennen. Nach Angaben der EU-Anti-Piraten-Mission "Atalanta" wurde das Schiff gut hundert Kilometer vor der Küste Somalias überfallen und dann Richtung Somalia gelenkt. Nach einem Notruf der "Golden Blessing" sei von der im Golf von Aden patrouillierenden deutschen Fregatte "Schleswig-Holstein" ein Helikopter gestartet. Er habe das Schiff überflogen und Piraten an Bord ausgemacht.
Die Bundeswehr betonte, die Besatzung des Hubschraubers habe nicht eingreifen können. Wenn die Piraten bereits an Bord seien und bereits Geiseln genommen hätten, sei jegliches Eingreifen mit erheblicher Gefahr für die Geiseln verbunden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Soldaten der Anti-Piraten-Mission hätten bislang immer nur eingegriffen, wenn Gewissheit bestanden habe, dass sich die Mannschaft sich in einem sicheren Raum auf dem Schiff - einem sogenannten Panic Room - befunden habe.
Schwerbewaffnete Piraten in Schnellbooten setzen dem internationalen Schiffsverkehr am Horn von Afrika heftig zu. Wochenlange Entführungen und hohe Lösegelder sind keine Seltenheit. Im Jahr 2009 wurden mit 68 Entführungen bei insgesamt mehr als 200 Angriffen die bislang meisten Attacken gezählt. Dabei sollen insgesamt Lösegelder in Höhe von mehr als 50 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) geflossen sein.
Ein chinesischer Frachter, der im Oktober 2009 entführt wurde, kam erst Ende Dezember gegen 3,5 Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro) frei. China beteiligt sich seit Ende 2008 am internationalen Kampf gegen die Piraten.
Quelle: AFP , dpa
Bernhard schrieb:
am 28. Juni 2010 um 15:47:41
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Entführung
Komisch, 2009 wurden die meisten Schiffe entführt, obwohl es deutlich mehr internationale Kriegsschiffe gab als je zuvor.
Vielleicht sollte man einmal die Strategie hinterfragen. So kann es ja wohl nicht weitergehen.
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