Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Krisen & Konflikte >

Taliban machen Jagd auf Hamid Karsai

...

Taliban machen Jagd auf Hamid Karsai

26.07.2011, 15:04 Uhr

In Gefahr: Die Taliban wollen das Leben des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In Gefahr: Die Taliban wollen das Leben des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Während sich die internationalen Truppen langsam aus Afghanistan zurückziehen, setzen die Taliban zum Endspurt an. Diese Vermutung äußerten Vertreter westlicher Geheimdienste in Kabul. Ein CIA-Vertreter meinte, die Taliban wollten "auf jeden Fall verhindern, dass bei einem Umschwung in Afghanistan Präsident Hamid Karsai und seine über das ganze Land verzweigte Sippe an der Macht bleiben". Sie stünden auf der "Abschussliste".

Geheimdienstmitarbeiter in Berlin erinnerten daran, dass Karsai die am 5. Dezember in Bonn beginnende Afghanistan-Konferenz leiten soll, zu der über tausend Teilnehmer erwartet werden. Bei der ersten Afghanistan-Konferenz (27. November bis 5. Dezember 2001) war der Grundstein für einen politischen und wirtschaftlichen Neuanfang Afghanistans nach den Jahren der Schreckensherrschaft der Taliban gelegt worden. Zehn Jahre später soll Bilanz gezogen werden.

Nach jüngsten CIA-Beobachtungen wollen die Taliban "unter allen Umständen die Konferenz verhindern". Das würde nach ihrer Meinung gelingen, "wenn es Karsai nicht mehr gibt". Der Westen würde "vor einem Chaos stehen". Das sei der Plan der Taliban, erklärte ein CIA-Mann.

"Wir wollen sie alle kriegen"

Karsai, der völlig abgeschirmt in seinem Kabuler Palast lebt, hat bereits zahlreiche Mordanschläge überlebt. Der Anführer der Taliban, Mullah Omar, habe von seinem Versteck in Pakistan aus seinen Kämpfern den Befehl erteilt, "Karsai jetzt endlich zu beseitigen". Geheimdienstkreise in Kabul berichten, Omar habe es als einen "ersten gelungenen Schritt" bezeichnet, dass der Statthalter von Hamid Karsai in der südlichen Provinz Kandahar, sein Halbbruder Ahmed Wali, in der letzten Woche getötet wurde.

Zuletzt wurde am Sonntag in Kabul ein enger Berater und Freund von Karsai, Dschan Mohammed Khan, erschossen. "Wir wollen sie alle kriegen", soll Omar nach Angaben von westlichen Geheimdienstlern gesagt haben. Er habe angekündigt, die gerade begonnene Übergabe von sieben afghanischen Provinzen in die Verantwortung der Afghanen "zu weiteren spektakulären Anschlägen zu nutzen, um Verwirrung und Unsicherheit in der Bevölkerung zu verbreiten". Es soll nach den Vorstellungen von Omar "alles auf eine Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hinauslaufen".

Opposition will Taliban-Regierung verhindern

Insgeheim soll sich nach CIA-Angaben in Afghanistan eine Oppositionsgruppe gebildet haben. Sie steht angeblich unter der Führung des ehemaligen afghanischen NDS-Geheimdienstchefs Amrullah Saleh und des Bruders des im September 2001 von der Al-Kaida ermordeten afghanischen Nationalhelden Ahmad Schah Massud. Er war der bedeutendste Widersacher der radikal-islamischen Taliban-Regierung, die nach dem Abzug der Sowjets 1989 die Schreckensherrschaft am Hindukusch begonnen hatte. Massud war der militärische Kopf der Nordallianz, die den Vielvölkerstaat 2001 mit Hilfe der amerikanischen Truppen von den Taliban befreite.

Die Oppositionsgruppe werde in einer Stunde X, wenn es zum entscheidenden politischen Umschwung in Afghanistan kommt, "alles daran setzen, damit die Taliban nicht zum Zug kommen", erläuterte ein CIA-Mann in Kabul. Es gebe "sehr ernst zu nehmende Befürchtungen, dass es dann zu einem Bürgerkrieg kommt, der Afghanistan in eine Nord- und eine Südregion teilt", sagte er.

Der Ko-Direktor des Afghanischen Analysts Network in Kabul, Thomas Ruttig, hatte vor einiger Zeit vor einem Bürgerkrieg am Hindukusch gewarnt. Er sagte dies spätestens für 2014 voraus - dann sollen die westlichen Kampftruppen afghanischen Boden verlassen haben. Ruttig sagte, dass ein Bürgerkrieg in Afghanistan ein "wahrscheinliches Szenario" sein dürfte. Die Annahme in den westlichen Hauptstädten, dass in Afghanistan bis 2014 Institutionen wie Polizei, Armee, Justiz, Verwaltung oder Parlament ausreichend stabil sein werden, bewertete Ruttig als "viel zu optimistisch".


Quelle: dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Taliban machen Jagd auf Hamid Karsai" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Taliban machen Jagd auf Hamid Karsai" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (10)

zum Forum

Thema: "Taliban machen Jagd auf Hamid Karsai"

Mamut schrieb: am 21. Juli 2011 um 20:53:24
(0) (0) Taliban
solange die taliban herummorden wird es keine friedliche und normalität geben,

Kommentar melden

Rose schrieb: am 21. Juli 2011 um 20:45:44
(0) (0) @ Franz
Können sich unsere Spitzenpolitiker noch wie in den 60 Jahren ,bei der Bevölkerung zeigen ?

Kommentar melden

Franz schrieb: am 21. Juli 2011 um 20:26:01
(0) (0) Afghanistan
Wie kann sich in einem Land die Lage normalisiert haben, wenn sich ein "gewählter" Präsident wie Karsai nicht auf die
Straße trauen kann. Wenn er an der Macht bleibt werden die Amerikanern noch die Rebellen unterstützen müssen, die für Einführung der Demokratie in diesem Land kämpfen. England und Frankreich werden Luftangriffe wie jetzt auf Lybien fliegen. Das Volk wird leiden wie gehabt.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

'Wir sollten jetzt nicht nach Ausreden suchen'
Die deutsche Abwehr wirkt beim Testspiel in der Schweiz meist sehr konfus. (Quelle: imago)

Kein deutscher Abwehr- spieler überzeugt. mehr

Grandprix: mutiger Auf- tritt von Anke Engelke
Anke Engelke verkündet Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest: "Europa beobachtet Dich". (Quelle: dpa)

"Aserbaidschan, Europa beobachtet Dich". mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige