19.04.2007, 13:29 Uhr
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan vorgeworfen, systematisch Zivilisten anzugreifen. Sie seien "in wachsendem Maße Opfer von Selbstmordanschlägen, Entführungen und Enthauptungen, heißt es in einem am vergangenen Donnerstag in London veröffentlichten Bericht. "Die Angriffe der Taliban sind weit verbreitet, systematisch und zielen darauf ab, Angst zu erzeugen und die Kontrolle über die Bevölkerung zu erlangen."
Ermordung von Zivilisten erlaubt
Allein 2006 seien mehr als 750 Zivilisten durch Sprengstoffanschläge umgebracht worden. Die Extremisten töteten insbesondere Lehrer und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, sagte Amnesty-Forschungsdirektor Claudio Cordone. Das militärische Regelwerk der Taliban namens "Lahey" erlaube ausdrücklich die Tötung von Zivilisten. So heiße es dort in "Regel 25", dass Lehrer zu töten seien, die nach einer Verwarnung weiterhin den Prinzipien des Islams zuwiderhandelten. In den Jahren 2005 und 2006 hätten die Taliban mehr als 180 Schulen zerstört.
Quelle: dpa
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