16.09.2011, 15:25 Uhr | von Friedrich Kuhn, dapd
Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September wurden die Taliban 2001 in Afghanistan gestürzt (Quelle: Reuters)
"Die Taliban sind bereits auf dem Weg zur Machtbeteiligung in Kabul." Diese brisante Einschätzung ist aus Kreisen des amerikanischen Auslandsnachrichtendienstes CIA in Washington zu hören. "Trotz der andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zeichnet sich eine solche Entwicklung intern immer deutlicher ab", sagte auch ein CIA-Angehöriger in Kabul.
Einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" zufolge haben die Taliban vor, bis Ende des Jahres eine politische Vertretung im Golf-Emirat Katar zu eröffnen. Damit sollten Möglichkeiten ausgelotet werden, wie Friedensgespräche zwischen den westlichen Ländern und den islamistischen Aufständischen zustande kommen könnten.
Das Verbindungsbüro eines "Islamischen Emirats Afghanistan" wäre die erste international anerkannte Vertretung der Taliban seit ihrer Vertreibung von der Macht am Hindukusch durch die USA und den Verbündeten im Jahr 2001.
Auch von deutschen Geheimdienstlern war in Kabul mehrfach betont worden, dass ein "afghanischer Weg gefunden werden muss, um endlich aus dem Dilemma herauszukommen". Sonst werde es wohl noch ein unrühmliches Ende für den Westen in Afghanistan geben.
Es müsse eine Lösung gefunden werden, die "es allen Seiten ermöglicht, ihr Gesicht zu wahren". Nach Erkenntnissen der Geheimdienste stehen etwa zehn Prozent der afghanischen Bevölkerung auf Seiten der Taliban und zehn Prozent auf Seiten der ISAF-Truppen. Die restlichen 80 Prozent würden "nur abwarten, wie die Dinge laufen werden".
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte angekündigt, er wolle möglichst schnell mit "erheblichen Zugeständnissen auf die Taliban zugehen". Es gab bereits Berichte aus den westlichen Geheimdiensten, dass es beispielsweise auf saudi-arabischem Boden Treffen zwischen Abgesandten von Karsai und den Taliban stattgefunden haben. Dabei seien den Aufständischen "eindeutige Angebote zu einer Beteiligung an der Macht in Kabul gemacht worden".
"Als sehr bedenklich" wurde von CIA-Kreisen die Ankündigung von Teilen der Taliban gewertet, hart gegen die Bevölkerung vorgehen zu wollen. Dabei sollen die Taliban in den Orten ihren Landsleuten erklärt haben: "Wer bei einer Machtübernahme durch uns gegen uns ist, wird erschossen."
Mit diesem harten Vorgehen wollten die Taliban die afghanische Bevölkerung einschüchtern und erreichen, dass sich die Afghanen mit wieder regierenden Islamisten abfinden, erläuterten Geheimdienstler in Kabul.
Dabei würde es sich um den "harten Kern" der Taliban handeln. Die "Realos" würden von der bisher verübten Gewaltanwendung abrücken wollen. Sie würden offensichtlich generell mit der gewalttätigen Vergangenheit der Taliban brechen wollen, meinten übereinstimmend deutsche und amerikanische Geheimdienstler.
Mittlerweile sind auch die Vorbereitungen für die neue Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn angelaufen. Bei "Petersberg II" sollen die Weichen für die Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der Internationalen Truppen 2014 gestellt werden. Bei der ersten Petersberg-Konferenz vom 27. November bis zum 5. Dezember 2001 war der Grundstein für den politischen und wirtschaftlichen Neuanfang nach der Schreckensherrschaft der Taliban gelegt worden.
Während 2001 die Afghanistan-Gespräche auf Einladung der Vereinten Nationen stattfanden, wird diesmal am 5. Dezember die afghanische Regierung Veranstalter sein. Deutschland ist nur Gastgeber. Es werden über Tausend Teilnehmer mit 90 Delegationen aus aller Welt erwartet.
Ziel der 48 ISAF-Staaten sei ein offizieller Beschluss, bis 2014 die Kampftruppen aus Afghanistan nach Hause zurückzuholen, wurde in Berliner Regierungskreisen betont.
Quelle: dapd
Wolfi 24.110 schrieb:
am 16. September 2011 um 19:29:00
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"Taliban auf dem Weg zur Macht in Afghanistan"
Ich würde mich nicht mit dem Oberbürgermeister von Kabul(Hamid Kasai) unterhalten,
sondern mit dem Volk von Afghanistan. Noch eine kleine Anekdote zur guten Nacht: "Ein Krieg hat niemals ein rühmliches Ende"! Diese Anekdote ist zwar nicht zu "ergoogeln", entspricht aber der Wahrheit. Unseren Soldaten möchte ich sagen, dass ihnen keine Gnade zu Teil werden wird!!!
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Veteran schrieb:
am 16. September 2011 um 19:28:38
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50 Bundeswehrkameraden sind für nichts gefallen.
Viele Kameraden wurden verwundet. Ehen u.Partnerschaften gingen wegen dieses schmutzigen
Krieges vor die Hunde. Den Steuerzahler kostet dieser Irrsinn bis zu 10 Mrd.€ . Mit tausenden Versorgungsflügen für die 140.000 ISAF-Soldaten wird die Umwelt gigantisch verschmutzt. Zig-Millionen to Kerosin wurden sinnlos verbrannt. Was haben die USA in Korea, Vietnam, Afghanistan u.im Irak bewirkt ? Millionen Tote, geteilte Länder, zerstörte Kulturen und Länder. Millionen Flüchtlinge.Nichts ist besser gewor
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Osswald v.Auf u.Davon schrieb:
am 16. September 2011 um 19:28:11
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Afghanistan
Ich plädiere dafür,dass alle Politiker die einen Kriegseinsatz in einem Fremden Land,ausser einem Hilfseinsatz bei einem
Angriff auf ein Natomitgliedstaat,für 2 Monate selbst als Soldat,eingesetzt werden!Das gleiche gilt auch für einen nicht legitimierten Einsatz der UNO! Ich glaube viele Kriegseinsätze u.sinnloses Morden, könnten verhindert werden!Bei legitimierten Einsätzen,müsste mit aller Härte gegen die Urheber vorgegangen werden u.jeder Aggressor/Diktator muss vernichtet werden!
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