
07.02.2012, 15:03 Uhr
Seit fast einem Jahr demonstrieren Menschen in Syrien gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Bei den Protesten sollen nach Schätzungen bis zu 6000 Menschen gestorben sein. Ein Rückblick:
18. März 2011: Ermutigt von den Aufständen in anderen arabischen Ländern demonstrieren in Damaskus und weiteren syrischen Städten tausende Menschen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei kommt es zu den ersten Todesfällen. Im April hebt Assad als Geste des Zugeständnisses den seit 48 Jahren geltenden Ausnahmezustand auf.
22. April: Mehr als 100.000 Menschen gehen auf die Straße. Das Regime antwortet mit Gewalt. Mindestens 112 Demonstranten werden getötet.
23. Mai: Die EU erlässt ein Einreiseverbot gegen Assad. Es wird nach und nach auf weitere Personen aus der Staats- und Militärführung, darunter viele Mitglieder der Familie Assad, ausgedehnt.
31. Juli: Das Regime erobert die Widerstandshochburg Hama. Laut Opposition sterben mindestens 100 Menschen. Die Stadt war bereits 1982 Schauplatz eines Massakers gewesen, bei dem über 10.000 Menschen getötet wurden.
2. Oktober: Die syrische Opposition bildet in Istanbul einen Nationalrat.
19. Dezember: Die UN-Vollversammlung weist Syrien wegen der brutalen Gewalt gegen Demonstranten mit überwältigender Mehrheit zurecht. Zuvor hatte die Arabische Liga Wirtschaftssanktionen gegen Assads Regime verhängt.
22. Dezember: Die ersten Beobachter der Arabischen Liga treffen in Syrien ein. Das Assad-Regime hatte die Mission aufgrund internationalen Drucks akzeptiert. Am 28. Januar stoppt die Liga den Einsatz ihrer Beobachter wegen der Eskalation der Gewalt.
4. Februar: Russland und China blockieren mit ihrem Veto erneut eine Syrien-Resolution im Weltsicherheitsrat. Nur wenige Stunden vor der Abstimmung wird aus der Protesthochburg Homs das schlimmste Blutbad seit Beginn der Proteste gemeldet. Mindestens 330 Menschen sollen getötet worden sein.
7. Februar: Bei einem Besuch in Syrien zeigt Russlands Außenminister Sergej Lawrow Verständnis für das Vorgehen des Regimes.
Quelle: dpa
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