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Syrien: Führung setzt auf erzwungene "Geständnisse"

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Syrische Führung setzt auf erzwungene "Geständnisse"

15.09.2011, 11:35 Uhr

In Syrien werden immer wieder Zivilisten getötet (Quelle: Reuters)

In Syrien werden immer wieder Zivilisten getötet (Quelle: Reuters)

Die syrische Führung setzt im Kampf gegen die Protestbewegung auf Geständnisse, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Die staatliche Nachrichtenagentur "Sana" kündigte an, im Fernsehen werde demnächst das "Geständnis" eines Offiziers ausgestrahlt.

Der Offizier, Hussein Harmusch, hatte im vergangenen Juni nach einer Militäroperation gegen Demonstranten in der Ortschaft Dschisr al-Schoghur ein Video veröffentlicht, in dem er sagte, er sei wegen der Gewalt gegen Zivilisten desertiert. Fortan wolle er die Demonstranten schützen. Sein "Geständnis" soll die Tat nun regierungskonform erklären.

Desertierter Offizier wurde festgenommen

Ein Aktivist, der in einem syrischen Flüchtlingslager in der Türkei lebt, sagte, Harmusch sei vor 15 Tagen zuletzt in dem Lager gesehen worden. Nach unbestätigten Angaben war er in die syrische Provinz Idlib zurückgekehrt, wo er diese Woche zusammen mit anderen Soldaten, die desertiert waren, eingekesselt und anschließend festgenommen wurde.

Weiteres "Geständnis" angekündigt

Die Nachrichtenagentur kündigte außerdem die Ausstrahlung des Geständnisses eines "israelischen Spions" an. Dieser werde Details zu dem tödlichen Bombenanschlag auf den Hisbollah-Kommandeur Emad Mughnija preisgeben, hieß es. Mughnija war im Februar 2008 in Damaskus getötet worden.

Unabhängige Beobachter hatten anschließend den syrischen Geheimdienst verdächtigt. Sie vermuteten, dass Mughnija aus dem Weg geschafft werden sollte, weil er zu viel über die Verstrickung syrischer Funktionäre in einem Mordkomplott wusste. Die Führung in Damaskus beschuldigte ihrerseits den israelischen Geheimdienst.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben seit Mittwoch landesweit neun Menschen durch Schüsse oder Folter vonseiten der Sicherheitskräfte und regierungstreuen Milizen. Heute seien bereits zehn Menschen auf einem Bauernhof in der Provinz Deraa getötet worden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Informationen war wegen der Medienblockade, die zeitgleich mit den Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad im März begonnen hatte, nicht möglich.


Quelle: dpa

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Syrien: Führung setzt auf erzwungene "Geständnisse""

War dort als Maschunenbauingeur schrieb: am 15. September 2011 um 18:39:54
(0) (1) Syiren ist ein Traumland
Mittlerweile bin ich mit einer Verheiratet.Ohne Religionsdenken.Jetzt leben wir gerade in Australien, aberSyrien
wenn sich alles beruhigt hat, wird meine Heimat.Der Leute wegen.................
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