
05.10.2011, 15:19 Uhr
In Jordanien lebende Syrer demonstrieren gegen den syrischen Präsidenten Assad (Quelle: Reuters)
Das Regime in Damaskus beobachtet offenbar systematisch Syrer, die im Ausland leben und für Menschenrechte in ihrer Heimat demonstrieren. In einigen Fällen sei sogar Druck auf Familienangehörige in Syrien ausgeübt worden, bis hin zur Folter, berichtet Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation hat mehr als 30 Fälle von Syrern aus Kanada, Chile, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA dokumentiert.
Die Betroffenen seien von Botschaftsangehörigen unter anderem per Videoüberwachung ausgespäht und mit Anrufen, E-Mail-Warnungen oder Facebook-Botschaften eingeschüchtert worden.
Eine Frau aus Chile berichtete demnach, ihr sei mit dem Entzug des Rückkehrrechtes gedroht worden. In Syrien verbliebene Verwandte seien in einigen Fällen schikaniert, eingesperrt und sogar gefoltert worden.
"Auslands-Syrer haben mit friedlichem Protest versucht, auf Missbrauchsfälle, von denen wir glauben, dass sie bis zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehen, hinzuweisen. Und das ist eine Bedrohung für das Regime", sagte Neil Sammonds, Syrien-Experte von Amnesty. Damaskus habe eine Kampagne gestartet, um Regimegegner systematisch einzuschüchtern.
Quelle: dpa , dapd
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