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Syrien: Assad lässt Ultimatum verstreichen

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Assad lässt Ultimatum verstreichen

20.11.2011, 10:50 Uhr

Präsident Baschar al-Assad setzt weiter Militär ein (Quelle: dpa)

Präsident Baschar al-Assad setzt weiter Militär ein (Quelle: dpa)

Das Ultimatum der Arabischen Liga gegen das syrische Regime wegen dessen brutalen Vorgehens gegen die Opposition ist abgelaufen. Präsident Baschar al-Assad kündigte jedoch in einem Interview der britischen Zeitung "Sunday Times" an, dass der Konflikt weitergehen werde. Die syrische Regierung werde sich nicht dem internationalem Druck beugen.

Er empfinde "Schmerz und Kummer" angesichts des Blutvergießens, sagte Assad. Dafür seien aber Militante zuständig. Der 46-Jährige kündigte an, weiter gegen "bewaffnete Banden" vorgehen und "Recht und Ordnung" durchsetzen zu wollen.

Im Falle einer ausländischen Militärintervention sei er "selbstverständlich" bereit zu kämpfen und zu sterben, sagte Assad in dem Interview. Der Arabischen Liga warf er vor, sie wolle mit dem Ultimatum einen Vorwand für eine westliche Militärintervention schaffen. Dies käme aber einem "Erdbeben" im Nahen Osten gleich und würde die ganze Region destabilisieren.

Die Arabische Liga hatte Syrien am Mittwoch eine Frist von drei Tagen gesetzt, um die seit Monaten anhaltende Gewalt gegen die Zivilbevölkerung zu beenden und andernfalls mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Zudem hatte die Liga die Mitgliedschaft Syriens ausgesetzt. Dies bezeichnete Assad in dem Interview als "irrelevant".

Zahlreiche Opfer am Wochenende

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden am Wochenende bei Razzien der syrischen Truppen mindestens 15 Menschen getötet. Die Sicherheitskräfte hätten am Samstag auf der Suche nach Oppositionellen die Ortschaft Schesar in der Provinz Hama gestürmt und seien in die Region Dschabal al-Sawija an der Grenze zur Türkei eingerückt, hieß es in übereinstimmenden Berichten der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights und der Örtlichen Koordinationskomitees LCC.

In Dschabal al-Sawija seien zudem die Strom- und Telefonverbindungen gekappt worden. In der Region sind seit Monaten abtrünnige Einheiten der Streitkräfte aktiv. In Kusair in der Nähe der Grenze zum Libanon seien bei Gefechten mit Regierungstruppen zwei abtrünnige Soldaten getötet worden, berichtete das Syrian Observatory for Human Rights.

Seit dem Beginn der Proteste gegen Assads Regierung Mitte März starben nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 3500 Menschen. Assad selbst gab die Zahl der toten Zivilisten in der "Sunday Times" mit 619 an. Zudem seien 800 Sicherheitskräfte getötet worden.

Parteigebäude mit Granaten beschossen

In der syrischen Hauptstadt Damaskus wurde unterdessen ein Gebäude der regierenden Baath-Partei mit Granaten angegriffen. Das Haus im Zentrum der Stadt sei von mehreren Geschossen getroffen worden, teilte die syrische Opposition mit. Augenzeugen hätten nach dem Anschlag vom Samstag berichtet, dass Rauch aus dem Gebäude aufgestiegen sei. Zudem seien Explosionen zu hören gewesen.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. In der Vorwoche hatten Deserteure der syrischen Armee nach eigenen Angaben einen Militärposten bei Damaskus sowie in der Stadt Hama angegriffen.


Quelle: dapd , dpa , AFP

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Kommentare (17)

zum Forum

Thema: "Syrien: Assad lässt Ultimatum verstreichen"

KlausDF schrieb: am 20. November 2011 um 19:03:13
(20) (17) Syrien:Ass-ad lässt Ultimatum verstreichen
Na, rüsten die Natoverbrecher schon für den nächsten Krieg? Nach Libyen kommt jetzt Syrien
dran? Oder lohnt es sich nicht in Syrien Menschen zu ermorden weil es dort zu wenig Rohstoffvorkommen gibt? Wenn es sich lohnt kann ja FDJ-Merkel dieses Mal ihre Mörderschergen der Bundeswehr mit Einmarschieren lassen. Aber mal abwarten noch ist nicht aller Tage Abend, siehe Ägypten.
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real schrieb: am 20. November 2011 um 17:41:41
(47) (10) Assad
Irgendetwas stimmt nicht. Jahrelang hat man uns in Nachrichten und Berichten mit Bildern zehntausender fanatischer Anhänger Assads
gefüttert. Plötzlich soll es anders sein? Syrien hat Öl u. Gas, strebt in Richtung einer funktionierenden Marktwirtschaft. Das „Einparteiensystem“ ist sicher nicht unbedingt demokratisch. Aber wer kennt den wirklich besseren Weg für dieses Land? Und man muß hinterfragen welche Staaten großes Interesse haben Syrien für immer „klein“ zu halten.
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Agent Orange schrieb: am 20. November 2011 um 17:26:17
(9) (9) Nein
Die Diktatur ist die Staatsform der Zukunft , siehe Brüssel . Demokratie ist gleich , Anarchie . Dann wähle ich doch lieber die Erstere .

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