07.12.2010, 17:36 Uhr
Südkoreanische Soldaten marschieren auf der Grenz-Insel Yonpyong (Foto: AP)
Angesichts der Spannungen mit Nordkorea will Südkoreas Präsident Lee Myung Bak die Inseln des Landes entlang der Grenze im Gelben Meer zu Festungen aufrüsten. Lee habe entsprechende Anweisungen bei einem Kabinettstreffen gegeben, teilte eine Sprecherin mit.
Die Instruktionen gab Lee zwei Wochen nach dem Artillerieangriff von Nordkorea auf die bewohnte, nur sieben Quadratkilometer große südkoreanische Insel Yonpyong. Vier Menschen wurden dabei getötet. Südkoreas Militär befürchtet, dass der koreanische Nachbar die fünf Inseln in der Nähe der umstrittenen Seegrenze wieder angreifen könnte.
Der Grenzverlauf im Korea-Konflikt
Die Ministerien sollen jetzt dafür sorgen, dass die betroffenen Inseln "stufenweise zu militärischen Festungen" ausgebaut würden, sagte Lee nach Angaben der Sprecherin. Zugleich sollen die Behörden auch Arbeitsplätze für die Inselbewohner schaffen, so dass sie dort bleiben könnten. Die meisten der mehr als 1300 Einwohner von Yonpyong waren nach dem Granatenbeschuss zunächst auf das Festland gebracht worden.
Lees Äußerungen kommen kurz vor dem Besuch des Stabschefs der US-Armee, Admiral Mike Mullen, in Südkorea. Man wolle "die Stärke der amerikanisch-südkoreanischen Allianz demonstrieren", hatte es aus dem Pentagon geheißen. Am Mittwoch ist ein Treffen des obersten amerikanischen Soldaten mit seinem südkoreanischen Kollegen Han Min Koo geplant. Dabei sollen auch die Absicht hinter den nordkoreanischen Provokationen ausgelotet und Maßnahmen gegen weitere provokative Aktionen erörtet werden.
Quelle: dpa
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