25.11.2011, 16:09 Uhr
Während der Bauarbeiten kam es immer wieder zu großen Protesten gegen das Bahn-Großprojekt (Quelle: dpa)
Nach mehr als 15 Jahren Planung begannen am 2. Februar 2010 offiziell die Bauarbeiten für das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21. Seither wird der Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs anstelle des heutigen Kopfbahnhofs und einer ICE-Trasse von heftigen Protesten begleitet. Eine Volksabstimmung am 27. November soll die Entscheidung über das Bahnprojekt bringen.
13. August: Der Teilabriss des Bahnhof-Nordflügels beginnt.
27. August: Die 40 000 Teilnehmer der bis dahin größten Demonstration gegen das Projekt fordern einen Baustopp und eine Bürgerbefragung.
14. September: Die Opposition im Bundestag will das Projekt stoppen und setzt sich für eine Volksabstimmung ein.
24. September: Gegner und Befürworter des Bahnprojekts kommen zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammen.
30. September: Bei einer Großdemonstration kommt es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es gibt zahlreiche Verletzte.
1. Oktober: Unter weiteren Protesten werden die ersten von rund 300 Bäumen im Stuttgarter Schlosspark gefällt.
4. Oktober: Heiner Geißler wird als Vermittler benannt.
15. Oktober: Beginn der Schlichtungsgespräche mit Geißler zwischen den Gegnern, Vertretern der Bahn und Ministerpräsident Stefan Mappus
27. Oktober: Der Stuttgarter Landtag setzt auf Antrag der SPD einen Untersuchungsausschuss zum Polizeieinsatz vom 30. September ein.
15. November: Nach einem Gutachten der Grünen verstößt die Projekt-Finanzierung gegen die Verfassung. Der Umbau des Hauptbahnhofs und die ICE-Trasse nach Ulm sind demnach ausschließlich Bundesaufgaben.
26. Januar: Der Untersuchungsausschuss schließt seine Arbeit ab. SPD und Grüne machen die Landesregierung für den massiven Polizei-Einsatz verantwortlich, nach Ansicht der Koalitionsparteien CDU und FDP gab es keinen politischen Einfluss.
29. März: Nach dem Wahlerfolg von Grün-Rot in Baden-Württemberg verhängt die Deutsche Bahn einen Baustopp für Stuttgart 21.
21. Juli: Ein Gutachten des Schweizer Verkehrsberatungsbüros sma bestätigt in einem "Stresstest" die Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs.
30. Juli: Die Bahn lehnt Geißlers Kompromissvorschlag ab, den oberirdischen Kopfbahnhof für den Nahverkehr und den geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof für den Fernverkehr zu nutzen. Bauaufträge im Gesamtwert von 700 Millionen Euro werden vergeben. Die Bahn will die für November geplante Volksabstimmung nicht abwarten.
11. August: Mit der SPD stellt sich der eine Teil der grün-roten Regierung in Baden-Württemberg gegen den Vorschlag Geißlers; In einem Kompromiss einigen sich die Koalitionspartner aber auf eine weitere Prüfung
25. August: Bahnchef Rüdiger Grube deutet die Bereitschaft seines Unternehmens an, mit dem Abriss des Südflügels bis nach dem für Herbst geplanten Volksentscheid zu warten.
28. September: Die Volksabstimmung wird beschlossen.
27. November: Die Volksabstimmung zum Bahnprojekt findet in Baden-Württemberg statt. Die Frage, die die 7,8 Millionen Baden-Württemberger beantworten sollen, heißt: "Stimmen Sie der Gesetzesvorlage 'Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21' (S21-Kündigungsgesetz) zu?" Die Frage soll mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden. Mit einem Ja bei dem Volksvotum sprechen sich die Bürger gegen das Milliardenprojekt aus. Bei einem Nein stimmen sie für die Mitfinanzierung des Tiefbahnhofs.
Quelle: dpa
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