16.01.2012, 13:46 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Kaliningrad (dpa) - Die schwersten Winterstürme an der Ostsee seit zwei Jahrzehnten haben die zum Unesco-Welterbe gehörende Kurische Nehrung zum Teil schwer verwüstet.
Küstenschutz und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in der russischen Exklave Kaliningrad um das frühere Königsberg warnten am Montag, die Vordüne als Schutzwall könnte brechen und Wassermassen die Landzunge überspülen.
"Zum Teil ist die Düne nach den letzten Orkanen jetzt fast zur Hälfte abgetragen. Der Hang ist einfach weg - und das gleich auf einer Länge von einigen Kilometern", beschrieb Wladimir Srilin vom Nationalparkamt in Rybachij (Rossitten) das Ausmaß der Schäden. "Die Vordüne muss aufgeschüttet und wieder in Kontur gebracht werden. Wenn sie bricht, haben wir wirklich ein Problem."
Der Chef des regionalen Küstenschutzamtes, Wjatscheslaw Schtscherbina, kündigte eine Untersuchung an. Eine Reihe von vier Sturmfronten in den ersten beiden Januarwochen hatte an der Ostseeküste der Kurischen Nehrung die schweren Schäden angerichtet. Eine solche Serie hat der Russische Hydrometeorologische Dienst in Kaliningrad seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gemessen.
In der Nähe des Dorfes Lesnoje rissen vom Orkan aufgepeitschte Wellen auf mehreren Kilometern viel von der Vordüne weg. Der Nationalpark Kurische Nehrung zwischen Litauen und Russland ist bei Lesnoje am schmalsten. Nur knapp 400 Meter trennen die Ostsee hier vom Kurischen Haff, einer Binnenlagune dreimal so groß wie der Bodensee. Wie ein Bollwerk schützt die bis zu zehn Meter hohe Vordüne die Nehrung gegen die offene, in diesem Teil der Ostsee extrem starke Sturmbrandung.
Besonders hart schlug das Sturmtief "Elfriede" am Wochenende zu. An der gesamten 140 Kilometer langen Kaliningrader Bernsteinküste verwüsteten bis zu fünf Meter hohe Wellen die Strände. Am Kap Taran, dem Nordwestzipfel der Halbinsel Samland, rutschte ein großes Stück der unterspülten Steilküste ab. Die Gebietsregierung gibt die jüngsten Wetterschäden an der Küste mit umgerechnet rund fünf Millionen Euro an. Gouverneur Nikolai Zukanow forderte von Moskau mehr Mittel für den Küstenschutz der Ostsee-Exklave.
Quelle: dpa
unbedarfter Beobachter schrieb:
am 16. Januar 2012 um 15:48:41
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Stürme u. Bernsteinküste
Das sind völlig natürliche, geologische Vorgänge. Die Natur ändert sich ständig. Strandwallsysteme entwickeln
sich weiter, werden länger und breiter, sie brechen bei schweren Stürmen, liegen Jahrzehnte als Strandwallrest und Strandwallinsel da. Schlußendlich werden sie entweder vollständig aufgearbeitet oder bei einem weiteren Sturm wieder geschlossen. Inhalt des Grundstudiums Geologie und Geographie. Also keine Panik, das Leben an der Küste geht weiter, trotz Sturm und UNESCO.
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