Viele Kinder leben unter der Armutsgrenze (Quelle: dpa)Mehr als jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Prognos-Instituts, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Studie an diesem Montag in Berlin vorstellen. Im nationalen Armutsbericht war die Kinderarmut niedriger eingeschätzt worden: Demnach wäre etwa jedes achte Kind in Deutschland von Armut bedroht.
Das Institut ermittelte hohe Armutsrisiken für verschiedene Gruppen. So seien etwa 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden von Armut bedroht, 30 Prozent der Migrantenkinder sowie fast zwei Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Das Kindergeld leiste den größten Beitrag zur Armutsbekämpfung: Gäbe es kein Kindergeld, würden demnach zusätzlich etwa 1,7 Millionen Kinder unter die Armutsgrenze rutschen.
Unterstützung kostet 35 Milliarden Euro
Größere Familien mit drei oder mehr Kindern spürten das Kindergeld besonders stark, berichtet die Zeitung. Ihnen liefere es 15 Prozent des verfügbaren Einkommens. Bei Alleinerziehenden mit zwei Kindern sei dies noch deutlicher. Das Kindergeld entspreche im Schnitt 20 Prozent ihres Einkommens. Allerdings stelle der Bericht auch fest, dass Kindergeld das teuerste familienpolitische Instrument sei: 35 Milliarden Euro gebe der Staat jedes Jahr dafür aus.
Gestaffeltes Kindergeld gefordert
Von der Leyen möchte Familien mit kleinen Einkommen durch gezielte finanzielle Hilfen unterstützen. Sie plädierte erneut für ein nach der Kinderzahl gestaffeltes Kindergeld, weil es "verhindert, dass kinderreiche Familien in die Armut rutschen".