13.12.2011, 12:42 Uhr | Von Jürgen Oeder
Ein beliebtes Symbol für die Natur: der kapitale Hirsch. Bleibt er aber nicht, wo er bleiben soll, macht er sich schnell unbeliebt (Quelle: dpa)
Dem König geht es schlecht. Nach der Brunft würde er nun gerne die Mittelgebirgswälder verlassen und den Winter über in den Niederungen äsen. Doch abgesehen davon, dass diese Regionen zersiedelt sind: Rothirsche, die ihre behördlich verordneten Lebensräume verlassen, müssen getötet werden. Forstwirte wollen das wegen den Schäden durch Wildverbiss so.
Deshalb gelte in den meisten Bundesländern: "Wer auf Wanderschaft geht, wird erschossen", kritisiert die Deutsche Wildtier Stiftung. Gemeinsam mit weiteren Verbänden kämpft sie für die Abschaffung gesetzlicher Reservate. Doch hoffen darf der König ohne Land vorerst nicht. Die Fronten sind verhärtet.
Nachdem vor allem Bauern Ende des 19. Jahrhunderts den Rothirsch bis auf wenige Restbestände in Wäldern als vermeintlichen Schädling ausgerottet hatten, leben heute wieder rund 180.000 Rotwild-Exemplare in Deutschland. Für manche Jäger sind das noch immer zu wenig, für Forstwirte schon wieder zu viel.
Auf fast zwei Drittel der Flächen Deutschlands sind die Tiere wegen des Vorrangs "Wald vor Wild" heute unerwünscht und müssen ihr Dasein deshalb in gesetzlich festgelegten Rotwildbezirken fristen. Statt über weite Strecken des offenen Landes zu wandern, wie es dem Wesen der Wiederkäuer entspricht, sollen die Tiere auch den Winter in bestimmten Reservaten verbringen.
Besonders schlimm ergeht es dem Hirsch in Bayern. Auf nur etwa zwölf Prozent des waldreichen Flächenstaats ist er geduldet. Gebiete außerhalb davon sind "rotwildfrei zu machen und zu halten", heißt es im Jagdgesetz. Für Wissenschaftler Sven Herzog, Wildökologe an der Uni Dresden, ist das ein "rechtswidriger Aufruf zur lokalen Ausrottung". Wie er verweist auch der Forst- und Jagdexperte Andreas Kinser von der Wildtier Stiftung darauf, dass sich Deutschland im UN-Übereinkommen zur biologischen Vielfalt verpflichtet hat, den Bestand lebensfähiger Populationen zu fördern und zu schützen.
Forstwirte sehen dagegen den Bestand ihrer Wälder gefährdet. Kein Wunder: Sobald im Herbst die letzten Felder abgeerntet sind und anhaltender Jagddruck die Tiere tief in die Wälder getrieben hat, leben sie dort von Baumrinde und jungen Trieben, falls sie auf den wenigen Lichtungen keine Gräser und Kräuter finden.
Die Forderung von Waldbauern nach noch mehr Jagd trifft bei den Jägern aber auf erbitterten Widerstand. "Wir sind nicht das Liquidationskommando der Forstwirtschaft" empörte sich Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes in einem Fachblatt und fordert wildgerechte naturnahe Mischwälder. Zudem verweist die Stiftung auf Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe, wonach Forstwirte Wildschäden in Höhe von bis zu fünf Prozent ihres Umsatzes akzeptzieren müssen. Das wären 113 Millionen Euro im Jahr.
An teurem Wildverbiss haben aber auch Jagdpächter schuld, die sich überhöhte Wildbestände heranmästen. Nach Angaben des Staatssekretärs Klaus Borger (Grüne) aus dem Umweltministerium des Saarlands lebten dort vergangenes Jahr in manchen Jagdrevieren bis zu 15 Stück Rotwild pro 100 Hektar; ökologisch verträglich wären nur zwei Tiere. Die Wälder sind dort durch Fraßschäden so geschädigt, dass das Land laut Borger mittlerweile auf eine "gezielte ökosystem- und tierschutzgerechte Bejagung des Rotwildes" setzt und wieder Rotwildbezirke einführen will.
Im waldärmeren Norden Deutschlands gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg keine amtlichen Grenzen für den Wandertrieb des Rotwilds. Wie dort die No-Go-Gebiete abzuschaffen, wäre laut Herzog aber nur ein Etappensieg für den König ohne Land. Nötig wäre ein umfassendes Management, bei dem beide Seiten Zugeständnisse machen müssten. Forstwirte etwa mit dem Anlegen von geschützten Lichtungen, damit die Tiere dort frei von Jagddruck äsen können. Und Jäger sollten etwa auf die Nachtjagd verzichten, damit die Tiere zumindest dann in Fluren und Feldern statt im Wald nach Nahrung suchen können. "Nur Totschießen ist keine Lösung", sagt Herzog.
Quelle: AFP
Rose schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 20:50:49
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Jagt
Wer auf der Straße nachts einen Hirsch mit 3 Beine laufen sieht , den am Tage ein Jäger das vierte Bein weggeschossen hat der will
kein Wild mehr essen ,an das sich diese Killer bereichern !
Es ist einen Schande mit was für Waffen gejagt werden darf ,ich würde nur noch Pfeil und Boden so wie ein Sperr erlauben damit die Tiere eine Chanse haben und viele Jäger wären aussortiert ,weil sie´auf grund Ihres biblischen Alters nicht mehr jagen könnten!
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Tannenbäumchen schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 20:44:26
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Treibjachten zum "Wohle der Natur"
Es ist schon erstaunlich was diese SUV ´- und Porsche Fahrer alles aus den Wald holen ! Seit 20
Jahren wird mehrmals im Jahr der ganze, riesige Wald zwischen Kyritz und Herzsprung mit Treibjagt bejagt !
Futterstelllen mehr und besser als in Honnies Revieren !
Es muß sich aber iommer noch lohnen, sonst wären da nicht soviele Autos aus Süddeutschland dabei !
Und vielleicht gibt auch die Mutti das Geld für den ganz Kapitalen in Polen nicht frei !
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Torsten schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 18:45:33
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Rotwild
Findet es jemand erstaunlich, daß sich besonders die Grünen bei der Ausrottung hervortun ??! Sie spucken gerne große Töne bei
Jagd, Umweltschutz usw. - aber man muß sich nur Herrn Borger anschauen und sich mal ein bißchen zu Gemüte führen, was er so zum Wild und zur Jagd äußert. Grüne, NABU und anderes bekanntes Klientel stürzt sich auf einzelne Tierarten (Kormoran, Wolf), die dann auf Teufel komm raus geschützt werden sollen - ohne Rücksicht darauf, daß andere Tierarten deshalb verschwinden.
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