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Streit mit Israel: Erdogan will Kriegsschiffe einsetzen

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Streit mit Israel: Erdogan will Kriegsschiffe einsetzen

10.09.2011, 08:42 Uhr

Erdogan: Kriegsschiffe sollen Hilfstransporten für den Gazastreifen künftig Geleitschutz geben (Quelle: imago)

Erdogan: Kriegsschiffe sollen Hilfstransporten für den Gazastreifen künftig Geleitschutz geben (Quelle: imago)

Im Streit mit Israel um die Gaza-Hilfsflotte hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den Ton weiter verschärft. Künftig würden türkische Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet unter den Schutz von Kriegsschiffen gestellt, sagte er dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. Israel bezeichnete die Ankündigung der Türkei als "schlimm".

"Wir haben humanitäre Hilfe, die dorthin geschickt werden soll. Und unsere humanitäre Hilfe wird nicht mehr angegriffen, wie es bei der 'Mavi Marmara' geschehen ist", erklärte Erdogan mit Blick auf einen israelischen Militäreinsatz gegen das türkische Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara". Dabei waren im vergangenen Jahr neun türkische Aktivisten getötet worden. Niemand habe das Recht, Schiffe in internationalen Gewässern anzugreifen.

Weitere Vorwürfe

Die Türkei werde die internationalen Gewässer genau beobachten und habe außerdem Schritte unternommen, um eine einseitige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen im östlichen Mittelmeer durch Israel zu unterbinden, sagte der türkische Regierungschef weiter, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.

"Diese Äußerungen sind schlimm und schwierig, aber wir wollen den Streit nicht zusätzlich anheizen", sagte Geheimdienstminister Dan Meridor dem israelischen Armeeradio. "Es ist besser, zu schweigen und abzuwarten, wir haben kein Interesse daran, die Situation durch (verbale) Angriffe zu verschärfen." Zugleich sagte der Geheimdienstminister, die Türkei würde Völkerrecht verletzen, sollte sie versuchen, die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Schließlich habe ein UN-Bericht die Blockade als legitim anerkannt.

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Eine solche Maßnahme seitens der Türkei würde "eine sehr schwere Provokation" bedeuten, sagte ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Es ist angesichts der Verpflichtungen der Türkei gegenüber der NATO sehr schwer vorstellbar, dass die Türkei so weit gehen würde", fügte er hinzu.

Strafmaßnahmen gegen Ankara erwogen

Laut einem Bericht der Zeitung "Jediot Ahronot" traf Israels Außenminister Avigdor Lieberman bereits Vorbereitungen für mögliche Strafmaßnahmen gegen Ankara. Unter anderem wolle sich Israel dafür einsetzen, dass der US-Senat die Massentötungen von Armeniern im Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1917 als Völkermord anerkenne.

Ferner wolle Israel die Kurden in ihrem Kampf gegen Ankara unterstützen und eine diplomatische Offensive gegen die Türkei starten. Ein ranghoher Vertreter des Außenministeriums sagte, dies seien bislang lediglich Ideen. Sie seien in erster Linie Ausdruck der "Verärgerung des Außenministers".

UN-Bericht bewertet Seeblockade als legal

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind seit dem Einsatz auf der "Mavi Marmara" am 31. Mai 2010 schwer belastet. Israel hatte den Tod der Aktivisten zwar bedauert, die von Ankara geforderte förmliche Entschuldigung aber abgelehnt. Als Begründung wurde angeführt, die israelischen Elitesoldaten hätten sichbeim Entern des Schiffes gewaltsam verteidigen müssen.

Für zusätzliche Spannungen hatte in der vergangenen Woche das Bekanntwerden eines UN-Berichts gesorgt. Darin wird Israel zwar überzogene Gewaltanwendung bei dem Einsatz auf der "Mavi Marmara" vorgeworfen; dieser wird auch als "exzessiv" und "unverhältnismäßig" kritisiert. Doch die Seeblockade des Gazastreifens und ihre notfalls auch gewaltsame Durchsetzung ist in dem Bericht generell als rechtens dargestellt.

Die Türkei hatte daraufhin am vergangenen Freitag den israelischen Botschafter ausgewiesen und alle Militärabkommen mit Israel auf Eis gelegt.

Video
Israelische Marine entert Schiff von Gaza-Aktivisten

Eine Yacht mit 17 Passagiere wurde gestoppt und die an Bord befindlichen Hilfslieferungen wurden abgefangen. zum Video


Quelle: dpa , AFP

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Kommentare (23)

zum Forum

Thema: "Streit mit Israel: Erdogan will Kriegsschiffe einsetzen"

denizaltici schrieb: am 9. September 2011 um 12:10:41
(169) (158) einseitig
dann ist es ja auch in ordnung wenn islamisten hier auch anschläge machen.dies ist eine thema das seid 30 jahren existiert.wenn
sie anschläge befürworten,dannist das ihr unwissen.ich bin selber kurdische türke;ja richtig gelesen:es ist unsere gemeinsame land.nur weil eine gruppe mit terror meint ein land in ein land zu gründen,dann wird das passieren die überall auf der welt passieren würde:auch in deutschland.mal sehen wenn bayern sich als eigenes land deklariren würde,recht auf anschläge??????
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Recht schrieb: am 9. September 2011 um 12:09:24
(197) (130) @Sly
Soso... Es schleichen sich also keine Palästinenser nach Israel und bomben dort herum... Interessanter Vergleich, die einen dürfen es
wohl nach ihrer Meinung, die anderen dürfen es nicht. Ist aber auch eine sehr einseitige Sichtweise von ihnen. Das Problem ist so unterschiedlich nicht. Nur haben viele ihre rosarote Brille für die Türken auf wenn sie das Wort Israel lesen...
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Recht schrieb: am 9. September 2011 um 12:04:34
(283) (142) Erdogan
Alle die Erdogan so bejubeln sollten erstmal die Kurdenprobleme betrachten... Sind die Türken wirklich besser als die Israelis in
dem Punkt oder braucht Erdogan eine Ablenkung um von der nächsten Offensive gegen die Kurden abzulenken und sich der Zustimmung seiner Nachbarn zu sichern? Erdogan geht mit den Kurden nicht viel besser um, wird aber weniger beachtet. Aber sobald das Wort Israel fällt werden hier viele Blind...
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