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Stockholm entging nur knapp einem Blutbad

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"Wir hatten extremes Glück"

14.12.2010, 17:48 Uhr

Taimur Abdulwahab al-Abdali soll den Anschlag in der Stockholmer Innenstadt verübt haben (Foto: AFP)

Taimur Abdulwahab al-Abdali soll den Anschlag in der Stockholmer Innenstadt verübt haben (Foto: AFP)

Stockholm ist nach Ansicht des schwedischen Außenministers Carl Bildt am Samstag nur knapp einem Blutbad entgangen. "Wir hatten extremes Glück", sagte Bildt im britischen Fernsehsender BBC. Der Attentäter sei nur Minuten und wenige hundert Meter von einer sehr belebten Gegend entfernt gewesen, wo die Folgen katastrophal gewesen wären.

Hätte er alle seine Sprengsätze am offenbar beabsichtigten Ort gezündet, dann so Bildt, hätte er "ein Blutbad angerichtet, wie wir es seit einiger Zeit in Europa nicht mehr gesehen haben."

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Am Samstagabend waren im belebten Zentrum Stockholms während der Haupteinkaufszeit zwei Sprengsätze explodiert. Bei der ersten Explosion eines Autos wurden zwei Passanten leicht verletzt, bei der zweiten Detonation in einer nahegelegenen Straße starb nur der Attentäter selbst.

Video
Amateurvideos zeigen Explosionen in Stockholm

In einer Einkaufsstraße der schwedischen Hauptstadt sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Passanten filmten die Explosionen. zum Video

Polizei sucht mögliche Helfer

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann versehentlich einen der Sprengsätze, die an seinem Körper angebracht waren, vorzeitig auslöste. Vermutlich handelt es sich um den 29-jährigen irakischstämmigen Schweden Taimur Abdulwahab al-Abdali. Er lebte und studierte zuletzt im britischen Luton nördlich von London.

Der Anschlag sei zwar fehlgeschlagen, aber "gut vorbereitet" gewesen, sagte der Stockholmer Staatsanwalt Thomas Lindstrand. Deshalb gehe man inzwischen davon aus, dass Al-Abdali Helfer bei der Anschlagsplanung hatte.

Es gebe aber bisher keine konkret Verdächtigen. Auch der 29-Jährige sei der Polizei und dem für die Terrorbekämpfung zuständigen Sicherheitsdienst Säpo bis zum Anschlag "völlig unbekannt" gewesen, wie Lindstrand erklärte.

FBI schickt Experten

Jetzt sollen US-Spezialisten Schwedens Polizei bei der Aufklärung des Selbstmordanschlags helfen: Wie Schwedens Justizministerin Beatrice Ask im Fernsehen mitteilte, hat die Bundespolizei FBI aus den USA sieben Bombenexperten nach Stockholm geschickt.

Ein kleines Land wie Schweden verfüge nicht für alle offenen Fragen über die nötigen Experten, erklärte die Justizministerin. Auch britische Experten sind in die Fahndungsarbeit eingeschaltet.

In Europa radikalisiert

Nach Berichten von Schwedens größter Zeitung "Aftonbladet" war der Attentäter 1992 mit seinen Eltern nach Schweden gekommen. Nach dem Abitur begann er 2001 ein Studium an der englischen Universität Bedfordshire und schloss sich radikalislamistischen Gruppen in Luton an.

Die Stadt hat einen hohen muslimischen Bevölkerungsanteil. Am Lutoner Bahnhof hatten sich auch die Attentäter vom 7. Juli 2005 versammelt, bevor sie zu ihren Anschlägen auf die Londoner U-Bahn und einen Linienbus starteten. Dabei starben damals 52 Menschen.

Völlig unklar blieben mögliche Verbindungen des Selbstmordattentäters zum Terrornetz Al-Kaida, zu dem er sich auch in Facebook-Mitteilungen bekannte. Auf Verbindungen zu Al-Kaida-Terroristen im Irak gibt es auch Hinweise auf verschiedenen Websites islamistischer Extremisten. Doch Details über den Lebenslauf des gebürtigen Irakers deuten darauf hin, dass er nicht in der Heimat seiner Eltern für den Kampf gegen "Ungläubige" indoktriniert wurde, sondern in Islamisten-Zirkeln in Europa.

Internet: Anschlag galt Zeitung

Nach Angaben einer dem Terroronetzwerk Al-Kaida nahestehenden Website galt der Selbstmordanschlag angeblich einer Zeitung. Das Attentat sei als Vergeltung für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen geplant gewesen, hieß es auf der Website "Schumoch al Islam". Um welche Zeitung es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. In der Vergangenheit hatten verschiedene schwedische Zeitungen Karikaturen veröffentlicht, die den Propheten Mohammed zeigen.


Quelle: dpa , AFP

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Kommentare (13)

zum Forum

Thema: "Stockholm entging nur knapp einem Blutbad"

Bruder Lustig schrieb: am 14. Dezember 2010 um 17:36:52
(0) (0) Stockholm:FBI
Natürlich ist es richtig, dass sich die Terroristenbekäpfungsorgane untereinander austauschen und helfen. Die hiesigen
Sympathisanten und Freunde der Terroristen müssen schnellstens von unserem Verfassungsschutz unter die Lupe genommen werden!
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tine schrieb: am 14. Dezember 2010 um 14:57:20
(0) (0) Stockholm
ich gebe Olga Recht. So blöd ist kein Attentäter. Nochdazu, dass Schweden jetzt in der Schuld der Amerikaner steht. Eine Hand
wäscht die andere. Die versuchen es mit allen Mitteln. Ist doch kein Zufall dass das ausgerechnet nach der Verhaftung (eigentlich hat er sich ja gestellt) passiert.
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Adrian schrieb: am 14. Dezember 2010 um 14:33:54
(0) (0) Terroransclag in Stockholm
Für manche ist der Unterschied nicht klar. Terroristen unschädlich zu machen ist notwendig. Unschuldige Leute
auf der Strasse in die Luft zu jagen ist aber Mord.
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