03.05.2011, 15:03 Uhr
Der Stimmenrekorder der Unglücksmaschine lag in einer Meerestiefe von rund 4000 Metern (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Nach dem Flugdatenschreiber haben Spezialisten auch den Stimmenrekorder einer über dem Südatlantik abgestürzten Air-France-Maschine geborgen. Das teilten die französischen Ermittlungsbehörden mit. Das Gerät enthält Aufzeichnungen der Pilotengespräche im Cockpit von Flug AF 447. Mit dem Fund wächst die Hoffnung, dass das Unglück nach knapp zwei Jahren aufgeklärt werden kann. Am 1. Juni 2009 starben 228 Menschen, darunter auch 28 Deutsche.
Am Sonntag hatte ein Tauchroboter im Atlantik bereits den Flugdatenschreiber gehoben. Die sogenannte Black Box zeichnet Daten wie Flughöhe und Geschwindigkeit des Flugzeugs auf.
Die beiden Geräte sollen nun nach Frankreich gebracht und in einer guten Woche am Sitz der französischen Flugermittlungsbehörde BEA in Le Bourget bei Paris untersucht werden.
Eine BEA-Sprecherin sagte, bis zur Öffnung der Black Box könne man nicht wissen, ob die Daten noch lesbar seien. Das Gerät sei in der Tiefe zwei Jahre lang einem beträchtlichen Druck ausgesetzt gewesen.
Die Absturzstelle befindet sich mitten im Atlantik in einem Tiefseegebiet, in dem zwei Teams zunächst vergeblich gesucht hatte. Erst bei der vierten Suchaktion, die Ende März begann, entdeckten Ermittler das wichtigste Wrackteil mit den beiden Flugschreibern darin.
Auch Leichen, die noch angeschnallt in ihren Sitzen saßen, fotografierte ein Tauchroboter. Der Vorsitzende der Hinterbliebenenvereinigung, Jean-Baptiste Audousset, forderte nun ein Datum zur Bergung der Leichen.
Da die Wrackteile in einem relativ kleinen Umkreis gefunden wurden, gehen Experten davon aus, dass die Maschine erst beim Aufprall auf dem Wasser zerschellte. Die Gründe dafür könnten sich aus den letzten Worte der Piloten ergeben. "Der zweite Erfolg rechtfertigt die Mittel, die zur Aufklärung dieses Dramas notwendig waren", sagte Verkehrsstaatssekretär Thierry Mariani. Die Suche nach dem Wrack kostete den französischen Staat sowie Air France und Airbus zusammen 35 Millionen Euro.
Der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder gelten als letzte Hoffnung, den bislang völlig rätselhaften Absturz des Airbus A330-200 doch noch aufzuklären. Die Air-France-Maschine war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris gut 1000 Kilometer vor der brasilianischen Küste ins Meer gestürzt. Warum, ist bis heute unklar.
Sicher ist nur, dass es bei Flug AF 447 mitten in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab. Diese Tatsache allein dürfte normalerweise aber nicht zu einer solchen Katastrophe führen. Zuvor hatte es nicht einmal ein Notsignal gegeben.
Gegen die Fluggesellschaft Air France und den Flugzeugbauer Airbus laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung. Den beiden Unternehmen wird vorgeworfen, von den Mängeln der Sensoren gewusst und sie nicht schnell genug ausgetauscht zu haben. Auch die BEA steht in der Kritik. Sie verschleppte nach Ansicht von einigen Angehörigen die Suche nach den beiden Flugschreibern, um Fehler zu verschleiern.
Quelle: dapd , dpa
RentnerRolf schrieb:
am 3. Mai 2011 um 19:36:53
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späte Funde
besser spät, als garnicht ! Nun endlich könne die Experten sich eine fundierte Meinung über das Drame bilden. Wir sollte
ihnen in Ruhe die notwendige Zeit gewähren.
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