12.08.2010, 17:35 Uhr
Immer den Himmel im Blick: Wer heute Nacht Glück mit dem Wetter hat, kann Hunderte von Sternschnuppen sehen. (Foto: dpa)
Zeit für Wünsche: In der Nacht zum Freitag wird der bekannteste Meteorschwarm des Jahres, die sogenannten Perseiden, ein spektakuläres Schauspiel über Deutschland bieten. Zu sehen ist es nur bei wolkenfreiem Nachthimmel und dafür stehen die Chancen im Westen der Republik am besten.
Dutzende Sternschnuppen werden am frühen Freitagmorgen stündlich am Himmel aufleuchten, am besten sind sie von 23 Uhr nachts bis 2 Uhr morgens zu sehen. "Wer eine Minute Geduld hat, sieht auf jeden Fall eine - und das ganz ohne Fernglas", sagt Wilfried Tost vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof.
Himmelsgucker sollten allerdings zum Beobachten der Perseiden einen möglichst dunklen Ort aufsuchen, am besten auf dem Land. In lichtdurchfluteten Städten wird man nämlich deutlich weniger der flitzenden Lichtpunkte erkennen können. Darüber hinaus braucht der Beobachter nur einen Liegestuhl, um sich einen Logenplatz für das Perseiden-Schauspiel zu sichern. Denn optische Instrumente wie Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich - das Blickfeld von Fernrohren ist viel zu klein, um die flinken Himmelskreuzer einzufangen. Bis zu 100 Meteore erwarten die Astronomen pro Stunde. Sie kommen am Abend zunächst von Nordost, später direkt von oben, einzelne sind am ganzen Himmel zu sehen.
Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt der sogenannte Radiant der Perseiden-Meteore, ihr scheinbarer Ausgangspunkt. In Wahrheit kommen die Meteore freilich nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Jedes Jahr kreuzt unser Planet zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet "Swift-Tuttle" auf seiner elliptischen Bahn um die Sonne zurückgelassen hat.
Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 130 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit rund 60 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein und erzeugen in einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern Sternschnuppen. "Was wir als Meteor am Himmel sehen, sind aber nicht etwa die Kometenstaubkörner selbst", erläutert der DLR-Experte Tost. "Es ist die vor den Staubteilchen liegende Luft, die so stark zusammengepresst wird, dass sie über 3000 Grad heiß wird und dadurch zu leuchten beginnt."
Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die etwas größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten - sie sind auch in den erleuchteten Großstädten problemlos zu sehen, so dass sich auch für Städter in diesen Nächten ein Blick zum Himmel lohnt. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die so genannten Feuerkugeln. Bei diesen spektakulären Meteoren handelt es sich um Objekte, die oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her ziehen - auch sie sind nur einige Zentimeter groß.
Erste Voraussetzung für Meteorsichtungen ist aber natürlich ein wolkenfreier Nachthimmel, und da sind die Aussichten für Beobachter im Osten Deutschlands schlecht. "Die besten Chancen auf klaren Himmel gibt es in den westlichen Landesteilen", sagt der Diplom-Meteorologe Markus Müller von wetteronline.de. "Mit jedem Kilometer nach Osten werden die Aussichten schlechter."
Wer sich also beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen möchte, sollte sich für die hoffentlich wolkenfreie Nacht zum Freitag schon mal eine lange Wunschliste zurechtlegen. Oder aber an die alte Legende erinnern, die den August-Meteoren im Volksmund den Namen "Laurentius-Tränen" verlieh: Der Heilige Laurentius starb am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod - seither soll es an diesem Tag feurige Tränen vom Himmel regnen.
Quelle: AFP
Albert Vierstein schrieb:
am 12. August 2010 um 17:42:56
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Nicht der Staub
bringt die Luft zum Glühen, nein die Luft bringt den Staub / Partikel zum Glühen. Alles was von unsere Erde angezogen wird
und mit 30,40Tsd KM/h die Atmosphäre durchläuft wird auf paar Tsd Grad erhitzt. So auch die Teilchen des Sonnenwindes beim Eintritt über den Polen = Polarlichter.
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