27.09.2010, 12:54 Uhr
Mit dem Online-Spiel "Moschee ba ba" und dem Wahlspruch "Sarrazin statt Muezzin" sorgte die FPÖ vor der Wahl für Aufsehen (Foto: Screenshot)
Die rechtspopulistische FPÖ hat bei den Landtagswahlen in der Steiermark einen massiven Stimmenzuwachs verzeichnet und hofft nun auf eine Regierungsbeteiligung. Die mit offener Fremdenfeindlichkeit angetretene Partei konnte am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis ihren Stimmenanteil mit fast elf Prozent mehr als verdoppeln. Sie profitierte von der deutschen Integrationsdebatte um Thilo Sarrazin.
Bei der Wahl 2005 lag die FPÖ noch bei 4,6 Prozent. Die Partei habe mit ihrem Spitzenkandidaten Gerhard Kurzmann nicht nur einen Regierungssitz, sondern auch "die Rolle als Zünglein an der Waage" ergattert, berichtete der ORF. Der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache sagte in einer ersten Reaktion, seine Partei wolle nun den "rot-schwarzen Proporz aufbrechen".
Vor der Wahl hatte die FPÖ mit Wahlsprüchen wie "Sarrazin statt Muezzin" für sich geworben. Vor allem sorgte die Partei allerdings mit einem "Minarett-Abschießspiel" im Internet für Gesprächsstoff. Das Browser-Game "Moschee Ba Ba" (Österreichisch für "Tschüss Moschee") auf dem Onlineportal der FPÖ für das Bundesland Steiermark machte die harte Haltung des Spitzenkandidaten Kurzmann gegenüber Muslimen deutlich. Ziel des Spieles war es, Minarette, Moscheen und Muezzin zu stoppen, es musste jedoch noch vor der Wahl aus dem Netz genommen werden.
Dem vorläufigen Endergebnis zufolge siegte die regierende sozialdemokratische die SPÖ mit dem amtierenden Landeschef Franz Voves trotz Verlusten mit 38,4 Prozent. Im Jahr 2005 waren es noch rund 41 Prozent. Die ÖVP mit dem konservativen Herausforderer Hermann Schützenhöfer erhielte 37,1 Prozent der Stimmen. Vor fünf Jahren waren es rund 38 Prozent. Die Grünen legten leicht auf 5,3 Prozent zu.
Für das offizielle Endergebnis muss noch die Auszählung der so genannten Wahlkarten abgewartet werden, die Beobachtern zufolge jedoch kaum noch etwas am Wahlergebnis ändern dürfte. Insgesamt 6,5 Prozent der knapp eine Million Wähler hatten eine solche Wahlkarte beantragt, da es ihnen am Sonntag nicht möglich war, wählen zu gehen.
SPÖ-Landeschef Voves hielt sich zunächst alle Optionen offen. Selbst eine Kooperation mit der FPÖ schloss er nicht ausdrücklich aus. Er betonte jedoch, er wolle sich - sollte er Landeschef bleiben - verstärkt dem Thema Integration widmen. Er hielt es aber auch für denkbar, dass sich ÖVP-Spitzenkandidat Schützenhöfer mit Hilfe der FPÖ vom zweiten Platz aus zum Landeshauptmann küren lässt. Die FPÖ hielt sich zunächst bedeckt, wen sie unterstützen wird.
Die Wahlbeteiligung lag mit gut 64 Prozent deutlich niedriger als 2005 (76 Prozent). Dies könnte sich aber durch die Wahlkarten noch erhöhen, hieß es. Die Steiermark war 60 Jahre lang ein konservatives Kernland. Erst 2005 änderte sich das, als die SPÖ mit Voves erstmals seit 1945 den Landeshauptmann stellte.
Quelle: dapd , dpa
seemine schrieb:
am 27. September 2010 um 17:57:33
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fpö profitiert
Natürlich könnte man meinen, die Oestereicher profitieren von der Sarrazin Debatte. Ich denke eher nicht.
Die Probleme sind
und waren mit den Migranten immer diesselben, die Meschen dort sind nicht dumm, sie mussten von der Regierung(eingelullt) es ertragen. Man merkt auch dort und in den anderen Ländern:Genug ist genug, es muß begrenzt und eingeschränkt werden der Multikultiwahn.
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Alzheimer schrieb:
am 27. September 2010 um 17:19:48
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Eher die Früchte der Ignoranz!
Das Übel ist doch bei uns, daß jeder, der mal etwas Kritisches äußert, sofort als Rassist, Fremdenhasser
oder anti-hier und anti-da abgekanzelt wird! Schließlich haben die Sozialromantiker (speziell die politischen) die Weisheit mit dem Schaumlöffel gefressen; glauben sie! Solange von den Herrschaften noch keine Berührungen der 3.ten Art hatten, weil viel zu weit weg, und solange sie nicht selbst für die Auswüchse geradestehen müssen - werden sie weiter selig schlafen und ignorieren!
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Deppendorfer schrieb:
am 27. September 2010 um 13:31:21
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Früchte des Wegsehens
Man muss kein Prophet sein, um vorraussehen zu können, dass rechte Rattenfänger das von Integrationsverweigerern
genervte Volk da abholen, wo es unzufrieden und zornig steht, weil die sogenannten Volksparteien seit Jahren ja mehr auf die Schönmalerei des Muezzin als auf die Kritik von Sarrazin hören. Und hinterher fragen dann wieder die Kinder und Enkel: Warum habt ihr das Gemetzel nicht verhindert ! Wer einwandert, hat sich anzupassen und nicht umgekehrt ! Egal, was er glaubt !
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