03.11.2011, 13:13 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Bremen (dpa) - Nach dem Tod von drei Frühchen in Bremen wegen eines resistenten Keims will die Gesundheitssenatorin mögliche Pannen bei der Information aufklären.
Wichtiger sei aber, "den Keim im Krankenhaus Bremen-Mitte zu finden, ihn zu stoppen und die Versorgung der Frühchen zu sichern", sagte Renate Jürgens-Pieper (SPD) am Donnerstag. "Zweite Priorität hat die Aufklärung, wer wann und wo etwas weitergegeben hat."
Die ersten Infektionen bei den frühgeborenen Babys mit einem Gewicht von weniger als 1000 Gramm traten Ende Juli auf. Das erste Frühgeborene starb im August, die beiden anderen im Oktober. Erst am Mittwoch wurden die Fälle öffentlich gemacht. Jürgens-Pieper hatte am Mittwochabend in der Bremer Gesundheitsdeputation, einem Ausschuss mit Abgeordneten, Behördenvertretern und Bürgern, die Klinikleitung kritisiert. "Das hat noch Konsequenzen anderer Art", zitierte sie am Donnerstag der "Weser-Kurier". "Spätestens im Oktober nach Wiederausbruch hätte man mich und die Deputation informieren müssen."
Der Chef des Klinikverbundes Gesundheit Nord, Diethelm Hansen, hatte zeitgleich zur Sitzung der Deputation beteuert, sein Haus habe alles getan, um die Todesfälle aufzuklären. Die Behörden seien frühzeitig eingebunden worden.
Die Sprecherin des Klinikverbunds, Karen Matiszick, bekräftigte dies. "Wir bleiben dabei, dass wir das Gesundheitsamt frühzeitig informiert haben." Das bestätigte auch die Sprecherin der Senatorin, Karla Götz. Ob es innerhalb der Behörde eine Panne gab, werde jetzt geklärt.
Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen weiter. "Wir prüfen, ob Mitarbeiter die Ursache für die Infektionen sein könnten", sagte Staatsanwalt Uwe Picard. Was die Infektionswelle ausgelöst hat, ist noch unklar. Experten vom Robert Koch-Institut nehmen die Frühchenstation der Frauenklinik nun genau unter die Lupe. Am Mittwoch gaben die Gesundheitsbehörde und die Klinikleitung die Vorfälle bekannt - fast drei Monate nach dem Tod des ersten Babys. Es starb bereits Anfang August.
Nach Angaben der Klinikleitung wurden daraufhin medizinische Geräte und Räume gründlich gereinigt und desinfiziert. Kurze Zeit schien es, als sei die Infektionswelle eingedämmt. Doch im Oktober starben zwei weitere Frühchen. Bei 15 Säuglingen konnte der Erregertyp nachgewiesen werden, sieben davon erkrankten schwer. Die Station darf nun keine neuen Patienten mehr aufnehmen.
Die CDU im niedersächsischen Landtag forderte von der rot-grünen Regierung in Bremen eine schnelle Aufarbeitung. Fraktionschef Björn Thümler sagte dem Hörfunksender Hit-Radio Antenne in Hannover: "Man muss erwarten, dass jetzt unverzüglich aufgeklärt wird, weil es nicht sein kann, dass so etwas - in welchen Ebenen auch immer - verschleppt wird."
Für bessere Hygiene in Krankenhäusern muss es nach Expertenansicht auch ausreichendes Personal geben. "Wir haben oft eine personelle Unterbesetzung, dann kann man manches nicht mehr so sorgfältig machen", sagte Klaus-Dieter Zastrow von der Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".
Es fehle gerade in den Frühchen-Stationen nicht an speziellem Wissen um Hygiene-Standards. Vielmehr sei das Personal meist überfordert, weil zu wenig Menschen sich um zu viel kümmern müssten. Ob das auch in Bremen der Fall war, sei aber noch unklar.
"Wenn das Personal zu knapp ist, geht die Infektionsgefahr rapide nach oben", sagte Zastrow. Das zeigten Studien. "Das ist filigrane Arbeit bei den Frühchen, da kann man nicht zwischen sechs Kindern hin- und herspringen."
Bei den verantwortlichen Keimen, die die Säuglinge das Leben kosteten, handle es sich um übliche Krankenhauskeime. "Aber diese kleinen Kinder haben praktisch keine Abwehrkräfte", sagte der Fachmann.
Quelle: dpa
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS