18.01.2011, 10:08 Uhr | Von Tobias Goerke, dpa
Bis der gekenterte Tanker bei St. Goarshausen geborgen wird, können noch Wochen vergehen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Nach der Havarie eines Säure-Tankschiffs im Rhein sollen erste Schiffe frühestens am Mittwoch den Unglücksort bei St. Goarshausen in Rheinland-Pfalzpassieren. Peilungen ergaben, dass eine neue Vertiefung ("Kolk") im Flussbett die Lage des Tankers gefährdet. Um zu verhindern, dass das Schiff in den fünf Meter tiefen Kolk gleitet, sind weitere Sicherungsmaßnahmen geplant, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen und das Innenministerium am Montagabend mitteilten. So soll der Tanker mit einem zweiten Ponton gesichert werden.
Währenddessen warten 200 Schiffe auf die Weiterfahrt. Die Schwimmkräne für die Bergung des etwa 110 Meter langen Schiffs werden erst in einigen Tagen erwartet. Die Suche nach den beiden vermissten Bootsmännern blieb bislang ohne Erfolg. Die Ursache für das Unglück, das zwei andere Männer leicht verletzt überstanden, ist bisher unklar.
Der mit rund 2400 Tonnen Schwefelsäure beladene deutsche Tanker liegt nahe dem Loreley-Felsen auf der Seite, Säure trat nach letzten Messungen nicht aus. Am Montag war der Mittelrhein zunächst noch weiter wegen Hochwassers gesperrt.
Nach Darstellung der Behörde "besteht die akute Gefahr, dass die 'Waldhof' in den Kolk abgleitet". Deshalb seien für Dienstag weitere Maßnahmen vorgesehen, mit denen das Schiff gesichert werden soll. Denn Voraussetzung für Versuchsfahrten und eine erfolgreiche Bergung sei, dass es stabil liege. Frühestens am Mittwoch soll getestet werden, ob einzelne Schiffe den gekenterten Säure-Tanker passieren können.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat nach eigenen Angaben mit dem Technischen Hilfswerk die Versorgung einzelner wartender Schiffe mit Lebensmitteln und Trinkwasser übernommen. Kriterien für die Auswahl der Testschiffe seien ihre Größe, ihre PS-Zahl und die Art der Ladung, sagte Mauermann. Nur stromaufwärts sollen Schiffe am Wrack zunächst vorbeigelassen werden. Es wird befürchtet, dass bei Fahrten in Fließrichtung des Rheins die Strömung zu stark wird.
Die Bergung soll bis zu vier Wochen dauern. Zwei Schwimmkräne, die in Duisburg ausgerüstet werden, sollen am Freitag in St. Goarshausen eintreffen, zwei weitere aus den Niederlanden sollen am Mittwoch starten und etwa eine Woche bis St. Goarshausen benötigen. Einsatzleiter Günter Kern, der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, erwartet den Beginn der eigentlichen Bergungsarbeiten laut Innenministerium für Anfang kommender Woche.
Außerdem sucht das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen mit drei Peilschiffen nach dem Steuerhaus des Tankers, das abgerissen wurde, berichtet die "Rhein-Zeitung". Einen Hinweis auf die beiden vermissten Männer gibt es noch nicht. Allerdings sah eine Spaziergängerin wohl einige Kilometer stromabwärts in Hirzenach am Samstag einen Mann mit einem blauen Overall im Wasser treiben. Am Sonntag soll ein blauer Gegenstand in Koblenz vorbeigetrieben sein, berichtete die "Rhein-Zeitung". Bisher blieb die Suche nach dem Gegenstand oder der Person allerdings erfolglos.
Quelle: t-online.de , dpa
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