19.11.2006, 12:57 Uhr
Für die frühkindliche Sprachentwicklung sind die Väter wichtiger als die Mütter - weil sie weniger reden als die Frauen. Forscher der Universität von North Carolina haben mit der verbreiteten Annahme aufgeräumt, die "Muttersprache" werde vor allem durch weibliche Bezugspersonen geprägt. Das berichtet das Wissensmagazin "GEO".
Kleine imitieren eher Papa
An 92 Familien mit berufstätigen Männern und Frauen untersuchten die Wissenschaftlerin Lynne Vernon-Feagans und ihre Kollegen, wie oft ein Elternteil mit zwei- bis dreijährigen Kindern sprach und welche Satzmuster es dabei benutzte. Das Ergebnis erstaunte sie: Obwohl die Mütter weit mehr mit den Sprösslingen redeten und wesentlich häufiger Fragen an sie richteten, orientierte sich der Nachwuchs an den Vätern. Etwa der Satzbau des Vater imitierten die Kleinkinder. Und je größer der Wortschatz des Vaters, desto schneller schritt die Sprachentwicklung des Kindes voran.
Erst bei Älteren ist Mutter wichtiger
Die Forscherin vermutet, dass Frauen die Kleinstkinder mit zu vielen Worten überfordern. Erst wenn der Nachwuchs schon älter als drei Jahre ist, übernimmt die Mutter die Leitung: Das Sprachvermögen von Schülern zum Beispiel hängt hauptsächlich von dem ihrer Mütter ab.
Quelle: dpa
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