14.09.2010, 09:24 Uhr
Namhafte SPD-Politiker zweifeln an einem Ausschluss Thilo Sarrazins (Foto: ddp)
Vor der Entscheidung des SPD-Vorstands über ein Ausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin wird in der Partei immer mehr Skepsis dagegen laut. Vorstandsmitglied Martin Schulz sagte der "Bild": "Ein Parteiverfahren gegen ihn ist leider genau das, was sich dieser schamlose Selbstvermarkter wünscht."
Schulz, der der Sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament vorsitzt, fügte hinzu: "Wir sollten uns mit den Themen Sarrazins befassen und nicht so sehr mit der Person."
Der SPD-Vorstand will am späten Montagvormittag formal über die Einleitung des Parteiordnungsverfahrens entscheiden. Zur Last gelegt wird Sarrazin, dass er seine muslimkritischen Integrationsthesen teilweise genetisch begründet.
Zuvor hatten sich bereits der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD), der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Ex-Bundestagsfraktionschef Peter Struck gegen einen Ausschluss Sarrazins ausgesprochen.
Parteichef Sigmar Gabriel bekräftigte hingegen, die SPD dürfe nicht zulassen, dass sie mit dessen Thesen in Zusammenhang gebracht werde. Ein freiwilliges Ausscheiden wie aus dem Vorstand der Bundesbank lehnt Sarrazin ab. Die Linke forderte ihn auf, auf seine 1000 Euro Extra-Pension zu verzichten, die er nach einem Medien-Bericht mit der Bundesbank ausgehandelt haben soll.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer warf Sarrazin eine "verzerrte Darstellung" vor. "Er spricht Halbwahrheiten aus", sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. Zugute hielt sie Sarrazin allerdings, dass er eine wichtige Debatte ausgelöst habe. Diese müsse als "Tempobeschleuniger" dienen. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte Böhmer.
Quelle: dpa
Fan schrieb:
am 13. September 2010 um 11:25:25
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Sarrazin
Herr Gabriel sollte sich nicht selbst überschätzen ! So hoch, wie er glaubt,
ist seine Akzeptanz in der Bevölkerung nicht !
Seine Vorgänger hatten anderes Format. SPD aufpassen, dass G. den Karren nicht an den Baum fährt ! Es gibt in der SPD andere, wirkliche Grössen, die mehr Akzeptanz
und auch mehr Volksverständnis haben, die sollten mal einschreiten und G.
ab und zu stoppen. CDU und FDP sind happy, dass G. der Chef bei der
SPD ist, was bedenklich ist.
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moser schrieb:
am 13. September 2010 um 11:24:23
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Schulz über Sarrazin
Martin Schulz : "...dieser schamlose Selbstvermarkter..." Wenn man alle schamlosen Selbstvermarkter aus der SPD
ausschließen würde, bliebe nicht viel übrig!
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Paula schrieb:
am 13. September 2010 um 11:23:31
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Sarrazin
"Wie", man mit Hernn Dr. Sarrazin als Mensch umgeht, ist beschämend! Es scheint doch so, dass viele Politiker indirekt erleichtert
sind, dass die überfällige Diskussion mit dringendem Handlungsbedarf endlich ein anderer angestossen hat und man selbst mit weißer Weste öffentlich auf einen "schamlosen Selbstvermarkter" wie ihn ein namhafter Politiker u.a. genannt hat, von allen Seiten kritisieren darf.
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