10.12.2009, 16:18 Uhr
Andrea Nahles, die Generalsekretärin der SPD, geht mit Schröder & Co hart ins Gericht (Foto: ddp)Die neue SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat in scharfer Form mit dem Kurs von Gerhard Schröder und Franz Müntefering abgerechnet. Die Politik des früheren Kanzlers und des ehemaligen Parteichefs habe die SPD in die Krise geführt, schreibt Nahles in ihrem Buch. Von diesem Ballast der Vergangenheit müsse sich die SPD rasch befreien.
Nach Überzeugung der 39-Jährigen liegen die Ursachen für die anhaltende Misere der Partei maßgeblich in Schröders Reform-Agenda 2010. Mit diesem Konzept habe die SPD ihren Anspruch aufgegeben, "eine gestaltende, ausgleichende Modernisierungspartei" zu sein. Sie habe stattdessen mit der Agenda einseitig neoliberale Positionen zur "Entfesselung von Marktkräften" übernommen. "Der oberlehrerhafte Ton, mit dem wir den Menschen die Alternativlosigkeit unseres Handelns schmackhaft machen wollten, hat das alles nicht besser gemacht." Als falsch weist Nahles auch Schröders damalige Behauptung zurück, es gebe keine rechte oder linke, sondern nur eine moderne oder unmoderne Wirtschaftspolitik. "Die Schablonen der Neoliberalen zu variieren, führt nicht zum Dritten Weg der Sozialdemokratie, sondern zum Verzicht auf eigene Gestaltungsmacht", hält sie dem Ex-Kanzler entgegen.
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Quelle: dpa
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