SPD-Chef Müntefering grenzt sich von Linkspartei ab
30.01.2009, 17:27 Uhr
Franz Müntefering ist seit wenigen Monaten wieder SPD-Vorsitzender (Quelle: ddp)
Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering geht - zumindest auf Bundesebene - auf deutliche Distanz zur Linkspartei. Die Partei von Oskar Lafontaine vertrete "eine nationale soziale Politik", sagte Müntefering in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das mache eine Zusammenarbeit unmöglich. Auf Länderebene sieht Müntefering dieses Problem aber nicht.
"Wenn auf Länderebene eine vernünftige Zusammenarbeit klar vereinbart wird zu unseren Bedingungen, ist das in Ordnung", sagte der SPD-Chef.
Moralische Entrüstung darüber, wie sie die CDU gelegentlich angesichts der DDR-Vergangenheit von Teilen der Linken ertönen lasse, "finde ich jedenfalls verlogen und absurd - auch mit Blick auf die Mitglieder der ehemaligen Blockpartei in ihren eigenen Reihen", fügte Müntefering hinzu.
"Ökonomisch ignorant, sozial romantisch"
Auf Bundesebene gebe sich die Linkspartei aber "ökonomisch ignorant, sozial romantisch". Gegenüber Europa zeige sie sich ablehnend, zudem stelle die Partei "alle Bundeswehrsoldaten, die wir in die Welt entsenden, als aggressive Krieger dar".
Noch viel vor als Parteivorsitzender
Müntefering äußerte sich auch zu seinem Amt als Parteivorsitzender. Den Posten habe er wieder übernommen, um dabei mitzuhelfen, "dass Frank Steinmeier Kanzler wird". "Und ich will Vorsitzender sein über das Jahr 2009 hinaus, eine gute lange Strecke die Partei führen. Ich habe mir einiges vorgenommen."