Ypsilanti auf dem SPD-Landesparteitag (Foto: dpa)Die hessische SPD hat den Weg frei gemacht für eine rot-grüne Regierungsübernahme mit Hilfe der Linkspartei. Ein außerordentlicher Landesparteitag billigte am Samstag in Fulda mit großer Mehrheit den Koalitionsvertrag mit den Grünen.
Zudem forderte er die Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti auf, im Landtag als Ministerpräsidentin zu kandidieren. 95,3 Prozent der Delegierten stimmten für den Koalitionsvertrag - acht Delegierte stimmten dagegen und acht enthielten sich.
Ypsilantibezeichnete die Vereinbarung als gute und solide Grundlage für eine soziale, ökologische und wirtschaftliche Erneuerung des Landes. Der Ausbau des Frankfurter Flughafens werde um allenfalls acht Monate verzögert, der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden habe eine faire Chance. Sie reagierte damit auf Kritik von außen und aus den eigenen Reihen.
Walter stimmt gegen Vertrag
Parteivize Jürgen Walter stimmte gegen die Koalitionsvereinbarung, weil sie Arbeitsplätze gefährde. Walter begründete seine Haltung vor allem mit den Abmachungen zum Ausbau des Frankfurter Flughafens. Das im Vertrag geplante ergänzende Verfahren zur Einführung eines Nachtflugverbots werde die Baugenehmigung für die neue Landebahn entweder auflösen oder es werde erst gar nicht eingeleitet werden können. Walter ließ auch auf Nachfrage offen, ob er in der Landtagssitzung am kommenden Dienstag Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin wählen wird.
Stichtag Dienstag
Ypsilanti will am Dienstag zur Wahl als Ministerpräsidentin antreten. Ein von der Linken toleriertes Minderheitskabinett soll die geschäftsführende Regierung unter Roland Koch (CDU) ablösen. Zuvor müssen noch die Grünen und der Vorstand der Linkspartei am Sonntag der Koalitionsvereinbarung zustimmen.