09.01.2012, 10:23 Uhr
Erstmals meldet sich in der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff auch SPD-Chef Sigmar Gabriel in scharfem Ton zu Wort. "Es ist schlimm, dass der Bundespräsident es so weit hat kommen lassen. Diese ganze Auseinandersetzung ist unwürdig und abstoßend", sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung .
Er warf Wulff vor, die Maßstäbe für Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit in die falsche Richtung zu verschieben. "Kassiererinnen im Supermarkt werden schon entlassen, weil sie nur einen Pfandbon eingesteckt haben, aber der Bundespräsident meint, für ihn können Sonderregeln gelten", sagte Gabriel.
Wulff habe die Chance gehabt, die Debatte mit Offenheit und Ehrlichkeit zu beenden. "Leider hat er sie nicht genutzt." Wie solle die Öffentlichkeit entscheiden, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht. "Ein deutscher Bundespräsident hat aber nur die Macht des Wortes. Dem muss man glauben können", mahnte Gabriel.
Auf die Frage, warum seine Partei nicht den Rücktritt Wulffs fordere, sagte Gabriel: "Es ist nicht die Aufgabe der SPD, den Bundespräsidenten zum Rücktritt aufzufordern. Wir haben ihn nämlich nicht gewählt. Bei uns ist klar, dass wir einen besseren Bundespräsidenten wollten: Joachim Gauck."
Die Nachfolger-Debatte ist bereits entbrannt. Es fallen Namen wie Joachim Gauck, Norbert Lammert oder Wolfgang Schäuble. zum Video
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, forderte Wulff indes zur Selbstanzeige auf. "Das bietet Christian Wulff die Chance, die Debatte zu beenden und seine Glaubwürdigkeit wiederherzustellen", sagte Oppermann der "Rheinischen Post".
Unterdessen erhielt Wulff Unterstützung von der Regierungschefin: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe "große Wertschätzung" für Wulff als Mensch und als Bundespräsident, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Im Tauziehen zwischen der "Bild"-Zeitung und Wulff um die Veröffentlichung der umstrittenen Mailbox-Nachricht wollte Merkel keine Stellung beziehen. Zugleich wies Seibert mehrfach darauf hin, dass Wulff selbst den Anruf bei der "Bild" als "schweren Fehler" bezeichnet habe.
Dass Merkel auch weiterhin an Wulff als Bundespräsident festhält, scheint einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge nicht mehr sicher. Demnach sollen sich die Parteichefs der schwarz-gelben Koalition bereits auf ein Vorgehen im Falle eines möglichen Rücktritts von Wulff geeinigt gaben. Unter Berufung auf Regierungskreise hieß es, Merkel, Philipp Rösler (FDP) und Horst Seehofer (CSU) hätten sich auf ein Verfahren zur Nominierung eines neuen Kandidaten geeinigt.
Sollte Wulff überführt werden, die Unwahrheit gesagt zu haben, wollten Merkel, Seehofer und Rösler die Unterstützung für Wulff beenden und nach einem Rücktritt in einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Kandidaten vorschlagen, hieß es in dem Bericht. Geplant sei, einen Vorschlag zu machen, den "Rot-Grün nicht ablehnen kann".
Eine Blitzumfrage der ARD hat ergeben, dass die Deutschen Wulff verzeihen können. Den Auftritt des Präsidenten finden sie aber trotzdem peinlich. zum Video
Die FDP dementierte eine angebliche Nachfolgeregelung für Wulff prompt. Das sei "kompletter Unfug", hieß es aus der Führungsetage der Liberalen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU) sagte im Deutschlandfunk zu dem Bericht: "Das ist eine blanke Spekulation und die weise ich zurück."
Er bezeichnete zudem die scharfe Kritik von SPD-Chef Gabriel an Wulff als "absolut illegitim". Er sei "schon ziemlich entsetzt und traurig" darüber, wie Gabriel versuche, aus der Affäre parteipolitisches Kapital zu schlagen.
Quelle: t-online.de , dapd , dpa , AFP
Badener schrieb:
am 15. März 2012 um 18:52:08
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Gabriel
Wieso hat man in der SPD nun ein Chefredakteur Veheland von der Bild eingestellt? Wird ideser Mann belohnt für die Hetze gegen
Wulff? Wo bleibt der Aufschrei der Massen über Herr Wobereit? Oder zählt für ein SPDler keine Moral?
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herbert schrieb:
am 8. Februar 2012 um 13:57:49
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Gabriel
Der Engel Gabriel und sein Geröll sollte lieber vor seiner eigenen
Tür kehren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Sollte der Engel Gabriel an die
Regierung kommen, so wird es Ihm
genauso gehen wie Herrn Wulff!!!!!!!!!!!!
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Wolfgang schrieb:
am 3. Februar 2012 um 14:22:00
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Gabriel kommentiert Wulff
...wenn Scheinheiligkeit und "Pharisäertum" ein Gesicht bruchte - ich hätte da einen treffenden Vorschlag.....
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