02.09.2010, 12:08 Uhr
Sarrazin bei der Buchvorstellung: Bei seinem Rauswurf könnte die SPD-Spitze Probleme an der eigenen Basis bekommen. (Foto: ddp)
In der SPD gibt es offenbar viel Unterstützung für den Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und seine umstrittenen Thesen zu Muslimen in Deutschland. So herrscht an der SPD-Basis Unmut über den geplanten Parteiausschluss des ehemaligen Berliner Finanzsenators, berichtet die "Berliner Zeitung". Unterdessen vertagte die Bundesbank die Entscheidung über die berufliche Zukunft Sarrazins.
Beim SPD-Parteivorstand sind nach Informationen des Blatts in den vergangenen Tagen 2000 E-Mails eingegangen. Rund 90 Prozent der Absender äußerten sich zustimmend zu Sarrazins Thesen.
Die SPD-Spitze hatte am Montag beschlossen, ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin einzuleiten. Der Vorsitzende Sigmar Gabriel rügte Sarrazins Thesen als teilweise rassistisch. Zu dem angestrebten Ordnungsverfahren, das in etwa einer Woche beginnen soll, gebe es keine Alternative. "Wir wollen nicht, dass seine Argumentation zum sozialdemokratischen Meinungsspektrum gehört", sagte Gabriel.
Sarrazins berufliche Zukunft als Vorstandsmitglied ist zunächst weiter offen. Auf der Vorstandssitzung der Bundesbank fiel noch keine Entscheidung, wie eine Sprecherin in Frankfurt am Main sagte. Vor Donnerstag sei "nicht mit Ergebnissen zu rechnen". Die Gespräche dauerten noch an. Nach Angaben der Sprecherin wurde Stillschweigen über die Gespräche vereinbart.
Die Abberufung eines Vorstandsmitglieds wäre in der Geschichte der Notenbank einmalig. Experten sehen dafür hohe Hürden.
Sarrazin ist wegen seiner Äußerungen zu muslimischen Zuwanderern und dem Erbgut von Juden unter Druck geraten. Zuletzt hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der Bundesbank eine Diskussion der Personalie nahe gelegt.
Quelle: AFP , dpa , AP
Tell59 schrieb:
am 1. September 2010 um 14:51:50
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Nicht nur die SPD-Basis
auch Raph Giordano, seines Zeichens alles andere als „rechtslastig“ oder gar „antisemitisch“, stimmt in
Vielem mit Sarrazins Thesen überein, wie seinem jüngsten Interview zum Thema zu entnehmen ist. Auch andere hochkarätige und ideologisch unverfängliche Kommentaristen finden bestenfalls etwas an der Art auszusetzen WIE Sarrazin etwas sagt, aber nicht an dem WAS er sagt. Egal aus welcher Ecke, die „politisch korrekten“ Reaktionen haben ein penetrantes Gschmäckle nach vorauseilendem Gehorsam.
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VolkerP schrieb:
am 1. September 2010 um 14:51:06
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Meinungsfreiheit
Da gibt er seine Meinung wieder, übrigens die Meinung vieler Bürger dieser Republik, und wird direkt von seiner eigenen
Partei zerrissen. Querdenker sind absolut unerwünscht! Für mich wird Sarrazin der 2. Müntefering.
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jagerle schrieb:
am 1. September 2010 um 14:49:23
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Schande?
Hans Frank (Generalgouverneur von Polen) sagte auf der Nürnberger Anklagebank: "1000 Jahre werden vergehen und diese Schande nicht
von Deutschland nehmen". Das wird hier wieder mal ganz offenbar. Bitte KEINE Erweiterung von "Elementen direkter Demokratie" (Volksentscheid etc.) in diesem Lande! Ich schäme mich ganz furchtbar, ein Deutscher zu sein - und hab meine Koffer schon gepackt. Mindestens 85 Prozent werden das begrüßen, ich weiß. Das muss an den Genen liegen.
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