Ypsilanti verzichtet auf erneute Kandidatur für Vorstand
23.10.2009, 17:23 Uhr
Andrea Ypsilanti zieht sich aus dem SPD-Vorstand zurück (Foto: AP)
Die frühere hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti verzichtet auf eine erneute Kandidatur für den Vorstand der Bundespartei. In einem Brief an die SPD-Führung begründete Ypsilanti diese Entscheidung mit dem tiefen Zerwürfnis zwischen ihr und den Befürwortern der Agenda-Politik in ihrer Partei.
Diese hätten "mit inhaltlichen Wortbrüchen" zum Identitätsverlust der SPD und zu Hunderttausenden von Parteiaustritten beigetragen. Ypsilanti kritisierte, die für diese Entwicklung Verantwortlichen in der SPD-Führung hätten ihre Rolle bis heute nicht kritisch hinterfragt. Statt Verantwortung für die Niederlage bei der Bundestagswahl zu übernehmen, hätten die Betreffenden sofort neue Ämter angestrebt. Eine gedeihliche Zusammenarbeit im SPD-Vorstand sei ihr daher nicht mehr möglich.
Erneute Kandidatur nicht ausgeschlossen
Zugleich beklagte Ypsilanti eine Diskreditierung ihrer eigenen Person und der Hessen-SPD während des Jahres 2008 durch Teile der Parteiführung. Eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei in Hessen wäre auch eine Chance gewesen, "strategische demokratische Zukunftsoptionen zu testen". Die frühere Landesvorsitzende kündigte an, sie wolle sich in der SPD künftig der Programmarbeit widmen. Eine erneute Kandidatur für den Parteivorstand in einigen Jahren schloss sie ausdrücklich nicht aus.
Spektakulärer Abgang
Ypsilanti war im November 2008 auf spektakuläre Art gescheitert, Ministerpräsidentin einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Hilfe der Linken zu werden. Vier Abgeordnete aus der eigenen Fraktion verweigerten ihr wegen der geplanten Zusammenarbeit mit der Linkspartei einen Tag vor der Wahl die Stimme.