21.09.2007, 13:53 Uhr
Mit einem Sonnenstudio-Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren will die Bundesregierung die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen deutlich senken. Bis 2009 solle das Verbot gesetzlich verankert werden, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Astrid Klug, am Freitag in Berlin. Bislang gibt es keine gesetzliche Alterbeschränkung.
Qualitätssiegel für freiwillige Altersbeschränkung
Für Erwachsene soll der Schutz vor gesundheitsgefährdenden UV-Strahlen durch entsprechende Grenzwerte verbessert werden. Bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung soll es ein Qualitätssiegel für Studios geben, die sich schon heute an die Altersgrenze halten und moderne Sonnenbänke anbieten. "Kinder und Jugendliche haben in Sonnenstudios nichts zu suchen", sagte Klug. Der Fachverband Sonnenlicht-Systeme (SLS) sprach sich hingegen dafür aus, auch 16-Jährige mit Genehmigung der Eltern auf die Sonnenbank zu lassen.
Hautkrebs wäre leicht vermeidbar
Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken in der Bundesrepublik pro Jahr 140.000 Menschen an Hautkrebs. Es sei unverständlich, dass Hautkrebs die häufigste Tumorart sei, obwohl er "wirklich leicht vermeidbar wäre", wie Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven betonte.
Bestimmte Sonnenbänke aus dem Verkehr ziehen
"Wir wollen den Menschen den Spaß an der Sonne nicht verbieten", sagte er, aber beim Besuch im Sonnenstudio sei Vorsicht geboten. Neben der Altersgrenze plant das Umweltministerium deshalb, alte Sonnenbänke mit einer UV-Strahlung von mehr als 0,3 Watt pro Quadratmeter aus dem Verkehr zu ziehen. Außerdem werde es strengere Vorgaben für die Hygiene geben, kündigte Klug an.
Verband will bereits 16-Jährige zulassen
Der SLS-Vorsitzende Jörg Wolff bezeichnete die geplante Altersgrenze von 18 Jahren als zu streng. "Wir sind überzeugt, dass 16-Jährige schon eigenverantwortlich handeln können." Er erwartet, dass sich bis Ende nächsten Jahres 1000 der rund 5000 Sonnenstudios freiwillig zertifizieren lassen. Der Vorsitzende des Branchenverbands Photomed, Norbert Schmid-Keiner, ging hingegen davon aus, dass sich die Mehrzahl der Solarien um das Zertifikat bemühen werde. "Es wird ein Wettbewerbsvorteil sein, mit diesem Siegel für sich werben zu können", sagte er.
Quelle: dpa
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