18.10.2011, 15:36 Uhr
Die kenianische Armee hat ihre Militäroffensive in Somalia weiter fortgesetzt. Nach Angaben eines Sprechers rückten die Truppen in Richtung einer von den Shebab-Milizen gehaltenen somalischen Stadt vor und zerschlugen Stellungen der radikalislamischen Kämpfer mit Luftangriffen. Die Streitkräfte konzentrierten sich demnach auf die Region Afmadow im Süden Somalias.
Unterstützt von Luftangriffen kenianischer Flugzeuge und im Verbund mit Soldaten der somalischen Übergangsregierung sowie örtlicher Milizen drangen die kenianischen Truppen bis zu 120 Kilometer weit nach Somalia ein.
Nairobi beschuldigt die Shebab-Miliz, für zahlreiche Entführungen von Ausländern in Kenia verantwortlich zu sein.
Die Shebab-Milizen drohten mit erbitterter Gegenwehr. Ein Sprecher Ali Mohamud Rage sagte, wenn die Regierung in Nairobi die Appelle ignoriere, "die Aggression auf somalischem Boden einzustellen", dann müsse Kenia mit Gegenschlägen "ins Herz seiner Interessen" rechnen. Zugleich versicherte die Shebab-Miliz in einer Erklärung, dass sie mit der Verschleppung von Ausländern in Kenia nichts zu tun habe.
Der kenianische Verteidigungsminister Yusuf Haji erklärte unterdessen, dass die Regierung in Nairobi "robuste Maßnahmen zum Schutz der Integrität des Landes" ergreife. Ziel sei es "dort die Shebab-Miliz zu verfolgen, die wir für Entführungen und Angriffe in unserem Land verantwortlich machen".
Am Donnerstag waren zwei spanische Helferinnen der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" im ostkenianischen Flüchtlingslager Dadaab entführt und vermutlich über die nahegelegene somalische Grenze gebracht worden. In Dadaab halten sich vor allem Somalier auf, die vor Hunger und Gewalt in ihrem Land geflohen sind. Die Entführung der Spanierinnen ist schon die dritte im Osten Kenias binnen eines Monats. Vor ihnen wurden schon eine Britin und eine Französin auf dem Touristen-Archipel Lamu entführt und laut Polizei nach Somalia verschleppt.
Die Shebab-Miliz kämpft seit 2007 gegen die schwache somalische Übergangsregierung. Sie hat weite Teile des Südens und des Zentrums des Landes unter ihrer Kontrolle. Die Miliz hat sich zu den Entführungen der Ausländer nicht bekannt. Experten halten es auch für möglich, dass diese auf das Konto von Piraten oder gewöhnlichen Kriminellen gehen.
Quelle: AFP
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