14.09.2011, 11:04 Uhr | Von Felix Zurbrüggen, mit Material von dpa
In Dänemark hat die sozialdemokratische Herausforderin Helle Thoring-Schmidt laut Umfragen einen Vorsprung vor Regierungschef Rasmussen (Quelle: AFP)
Kurz vor den Wahlen in Dänemark am Donnerstag gilt nach Umfragen ein Regierungswechsel als wahrscheinlich. Wichtigster Grund dürften Verluste der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DVP) sein, die der liberal-konservativen Regierungskoalition unter Ministepräsident Lars Loekke Rasmussen als Mehrheitsbeschaffer dient. Damit folgen die Dänen einem neuen Trend gegen Rechtspopulismus in Skandinavien.
Er sei eine Reaktion auf das schreckliche Attentat in Norwegen, so Bernd Henningsen, ehemals Leiter des Nordeuropa Instituts der Berliner Humboldt-Universität, im Gespräch mit t-online.de. Das er nicht nur für Dänemark gilt, hatte am Wochenende schon die ebenfalls rechtspopulistische norwegische Fortschrittspartei bei den Kommunalwahlen heftig zu spüren bekommen: Sie hatte über sechs Prozent Stimmanteile eingebüßt.
Nach einer am Dienstag von der dänischen Zeitung "Berlingske Tidende" veröffentlichten Zusammenstellung aus allen Erhebungen können die dänischen Sozialdemokraten als Führung einer angestrebten Mitte-Links-Koalition mit einem knappen Sieg über das Mitte-Rechts-Lager von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen rechnen.
Zwar ist der Zuspruch für das Mitte-Links-Lager bereits deutlich geschrumpft. Dennoch: Für die vier Parteien hinter der sozialdemokratischen Herausforderin Helle Thorning-Schmidt wollen am Donnerstag 52 Prozent stimmen, für die fünf Parteien hinter Rasmussen dagegen nur 48 Prozent. Der monatelang klare Vorsprung der Opposition bei Umfragen ist deutlich zusammengeschrumpft, je näher der Wahltermin rückt. Das Regierungslager hat aber in keiner Umfrage den Sprung an die Spitze geschafft.
Im Zentrum des Wahlkampfes steht diesmal die Wirtschaftskrise. Bei drei aufeinanderfolgenden Wahlen zuvor hatte das bürgerliche Lager mit Verschärfungen bei der Ausländerpolitik als wichtigstem Versprechen gewonnen. Treibende Kraft dabei war die rechte DVP (Dänische Volkspartei), die seit knapp zehn Jahren als Mehrheitsbeschafferin für Rasmussens Minderheitsregierung im Kopenhagener "Folketing" fungiert.
Das ausgerechnet diese Partei nun Wähler an das gemäßigt konservative Lager verliert, sei dem Schrecken von Norwegen geschuldet, glaubt Henningsen.
Hinzu käme die öffentliche Debatte um Dänemarks verschärfte Grenz- und Ausländerpolitik, sagt er. "Die Kritik von außerhalb, von der europäischen Presse und der EU sind den bürgerlichen Kreisen in die Knochen gefahren", so Henningsen.
Der scharfe Ton der Dänischen Volkspartei verschreckte viele Wähler: "Mir sagten viele Dänen, dass es nun genug sei, diesen Tonfall wollten sie nicht weiter akzeptieren," erzählt Henningsen.
Auch in Norwegen hatte die rechtspopulistische Fortschrittspartei (FrP) bei den Kommunal- und Regionalwahlen am Wochenende herbe Verluste eingefahren. Nach dem am Dienstagmorgen veröffentlichten vorläufigen Endergebnis ging die Fortschrittspartei auf 11,4 Prozent zurück und verlor gegenüber 2007 6,1 Prozentpunkte.
Der Attentäter von Utøya und Oslo, Anders Behring Breivik, hatte der Fortschrittspartei bis 2006 angehört. Die Wahlen in Norwegen galten als Möglichkeit für die Bürger, sich mit ihrer Stimmabgabe gegen die rassistischen Thesen des Attentäters Anders Behring Breivik zu stellen.
Quelle: t-online.de , dpa
indifferent schrieb:
am 14. September 2011 um 21:49:33
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rechts und tot
es ist erschreckend, das politikverständnis nicht nur in deutschland. es ist erschreckend, dass leute zum wählen gehen, von
nichts ahnung haben ausser von bildzeitungs- und panoramameldungen. es ist unerträglich, totalversagern hinterherzulaufen. mache sich jemand die arbeit und gehe auf die strasse um passanten zu befragen. das ergebnis ist der offenbarungseid der demokratie
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Verwundert schrieb:
am 14. September 2011 um 21:32:13
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Es ist schon
kurios, was in den Köpfen mancher Menschen vorgehen mag. Da gibt es in Skandinavien oder sonstwo viele Wähler, die
anscheinend nicht zwischen einem Verbrechen auf der einen Seite und politischen Anliegen auf der anderen Seite unterscheiden können. Ich darf doch politische Überzeugungen nicht durch die Taten Einzelner diskreditieren lassen.
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Pantau schrieb:
am 14. September 2011 um 19:51:21
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Unterscheidet
doch bitte zwischen Rechtskonservativ und Rechtsradikal. Dazwischen liegen Welten. Hitler war ein Linksextremist. Es heisst
NSozialismus, nicht NKapitalismus. Insofern ist höchstens die Linke 'Sozialismus light' & die NPD 'Sozialismus extrem'. Rechtspopulismus ist undefiniert Bzw. definiert als EU-Gegnerschaft!
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