06.08.2011, 13:46 Uhr
Shabab-Mitglieder auf einem Pickup. Angeblich haben die islamistischen Kämpfer sich aus Mogadischu zurückgezogen (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Die somalische Regierung hat nach eigenen Angaben die radikalislamischen Milizen der Shabab in nächtlichen Kämpfen aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Al-Shabab sprach von einem taktischen Rückzug und kündigte Vergeltung an.
"Erstmals seit 20 Jahren haben die Somalier jetzt die goldene Gelegenheit zu sehen, dass ihre Regierung Mogadischu vollständig beherrscht", erklärte Regierungssprecher Abdirahman Omar Osman. Die Regierungstruppen seien nach einem Angriff von Milizionären gegen die Islamisten vorgegangen. "Es gibt heute morgen keine Shabab mehr in Mogadischu."
Dagegen erklärte Shabab-Sprecher Scheich Ali Mohamud Rage: "Wir haben unsere Taktik geändert. Deshalb haben wir uns aus Mogadischu zurückgezogen." Nun würden die Angriffe verdoppelt, sagte er im Rundfunksender Radio Koran (IQK). "Wir werden ihnen in den kommenden Stunden eine unvergessliche Lehre erteilen."
Augenzeugen berichteten, dass die Shabab-Kämpfer in der Nacht zum Samstag mehrere ihrer Stellungen verließen, die dann von Regierungstruppen eingenommen worden seien. Rund um das Stadion im Norden Mogadischus sei "kein einziger" Shabab-Kämpfer mehr, sagte der Anwohner Abdi Mohamed. Der Augenzeuge Dahir Aden sagte, dutzende Islamisten hätten die Hauptstadt nach Kämpfen mit Regierungstruppen auf Kleinlastern verlassen.
Der Präsident der Übergangsregierung, Sharif Scheich Ahmed, sagte, Mogadischu sei "vollständig vom Feind befreit, und der Rest des Landes wird auch bald frei sein". Die Friedenstruppe AMISOM der Afrikanischen Union (AU) erklärte, diese Angaben zu prüfen, mahnte aber zur "Vorsicht". Ministerpräsident Abduweli Mohamed Ali pflichtete ihm bei. "Der Feind wurde besiegt. Sie haben sich aus Mogadischu zurückgezogen, und wir werden sie bekämpfen, um sie auch aus dem Rest des Landes zu vertreiben."
Die 2009 gebildete und vom Westen unterstützte somalische Regierung beherrscht nur kleine Teile des seit dem Bürgerkrieg von 1991 zerrissenen Landes. Die Miliz, die seit Jahren gegen die schwache somalische Übergangsregierung kämpft, kontrollierte bislang gut die Hälfte der Hauptstadt Mogadischu, vor allem Gebiete im Nordosten der Hauptstadt. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaates, der sich an einem weltweiten Dschihad beteiligt.
Die Regierungstruppen, die von Soldaten der AMISOM-Friedenstruppe der Afrikanischen Union unterstützt werden, kontrollieren unter anderem den Flughafen und den Seehafen Mogadischus. Seit 2007 sind die rund 9000 AMISOM-Soldaten aus Uganda und Burundi in Somalia stationiert. Seit Februar gewannen sie im Kampf gegen die Miliz bereits deutlich an Boden.
Somalia ist das von der Dürrekatastrophe am Horn von Afrika am meisten betroffene Land, zehntausende Somalier starben bereits. Die UNO hat mittlerweile für fünf Regionen eine offizielle Hungersnot erklärt. Die Shabab-Miliz kontrolliert weite Teile des Südens und des Zentrums Somalias und damit auch von der Hungersnot betroffene Regionen. Dort behindert die islamistische Bewegung nach Angaben der UNO den Zugang zur Bevölkerung und verschärft damit die Hungersnot.
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Quelle: dapd , AFP , dpa
Marcus schrieb:
am 6. August 2011 um 17:27:58
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UNSOM 2
War zur Zeit von UNSOM 2 Wehrpflichtiger und habe mich mit deutschen Soldaten unterhalten, welche 92/93 in Belet Huen stationiert
waren. Die meisten Somalis wußten nicht zu schätzen, was an Hilfe für sie geleistet wurde. Sobald ein UNO Fahrzeug auftauchte flogen die Steine & es wurde auf Boutros Gahli & die UNO, bzw. USA geschimpft ! Wie soll hier humanitäre Hilfe aussehen ?
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Atscho schrieb:
am 6. August 2011 um 17:24:20
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Hilfe????
Das ist ein rein natürliches Problem! Eine natürliche korrektur! So schlimm wie es ist aber wenn wir allen was zu essen un
trinken geben.....es funktioniert so nicht! Die haben alle min. 6 Kinder! 10 ist garnichts da unten!!! Die brauchen wohlstand und verhütung ect... Damals haben wir denen Tonnen Getreide geliefert (BasicSaatgut) zur Vermehrung an die örtlichen Landwirte damit sie es selber in die Hand nehmen können und was machen die? Sie essen es auf. Was soll man da noch machen?
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Leo schrieb:
am 6. August 2011 um 17:11:16
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Clans in Somalia
Hurra, die Al Shabab Miliz flüchtet ! Hoffe, daß alle den Film "Black Hawk Down" gesehen haben. Übrigens im
Norden von Mogadischu herrscht der Habr Gedir Clan. Zwei seiner Anführer: Ali Osman Atto (General Aidids Waffenhändler) & Hussein Farah Aidid, der Sohn von Mohammed Farah Aidid, welcher damals die 2 Blackhawks mit seiner Miliz über Moga abgeschossen hat. Wie will man hier humanitäre Hilfe leisten, wen hier Clan-Interessen vor humanitärer Hilfe der eigenen Bevölkerung gehen ????
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