01.02.2012, 12:17 Uhr
Abtransport einer Verletzten nach gewalttätigen Unruhen in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. (Quelle: dpa)
Addis Abeba/Dakar (dpa) - In der senegalesischen Hauptstadt Dakar ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften gekommen. Bei den Unruhen sei am Dienstagabend mindestens ein Demonstrant ums Leben gekommen.
Das berichtete Radio France International am Mittwoch. Tausende Gegner des langjährigen Präsidenten Abdoulaye Wade waren auf die Straßen gegangen, um gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu protestieren, den 85-jährigen Amtsinhaber zum dritten Mal zur Präsidentschaftswahl zuzulassen. Die Polizei setzte Tränengas ein.
Bereits in den vergangen Tagen waren bei Ausschreitungen in Dakar und in der nördlichen Stadt Podor drei Menschen getötet worden. Ein Sprecher Wades rief zu nationaler Einheit und der Beendigung jeglicher Form von Gewalt auf.
Die Demonstranten protestierten auch gegen die Entscheidung des Gerichts, die Kandidatur des Weltmusik-Stars und Oppositionsführers Youssou N'Dour abzulehnen. Der Künstler hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt, die jedoch ebenfalls abgelehnt wurde. Angeblich konnte der 52-jährige N'Dour nicht genügend gültige Unterschriften sammeln.
Wade ist seit dem Jahr 2000 Präsident des westafrikanischen Landes. Laut 2001 verabschiedeter Verfassung sind im Senegal nur zwei Amtszeiten erlaubt. Darüber setzte sich das Gericht nun hinweg. Im Senegal wird am 26. Februar gewählt.
Quelle: dpa
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