18.12.2010, 19:38 Uhr
Homosexuelle US-Soldaten müssen ihre Neigung künftig nicht mehr geheim halten (Foto: imago)
Sieg für Obama: Nun steht es so gut wie fest, dass geoutete Schwule künftig nicht mehr aus dem Militär gefeuert werden dürfen. Obama hat seit langem für ein Ende der Diskriminierung gekämpft.
Nach einer wichtigen Vorabstimmung im Kongress ist es nun praktisch sicher, dass bekennende Schwule künftig in den Streitkräften dienen dürfen. Der Senat gab grünes Licht für die endgültige Abstimmung über ein Gesetz, mit der ein bestehender Militär-Bann für geoutete Homosexuelle und Lesben aufgehoben werden soll.
Für ein Ende der Debatte und damit für die Schlussabstimmung entschieden sich 63 Senatoren, mehrere Republikaner schlugen sich auf die Seite der Demokraten. 33 Senatoren waren dagegen. Das gibt einen Hinweis auf die zu erwartenden Mehrheitsverhältnisse beim entscheidenden Votum am Sonntag oder Montag.
Dass homosexuelle Soldaten ihre Orientierung künftig nicht mehr verheimlichen müssen, war eines der größten Wahlkampfversprechen von Präsident Barack Obama. Auch Verteidigungsminister Robert Gates und Generalstabschef Mike Mullen unterstützten eine Änderung. Bei einer umfassenden Umfrage in den Streitkräften hatte sich insgesamt eine überwältigende Mehrheit für eine Aufhebung des Schwulenverbots ausgesprochen. Allerdings gibt es in einigen Teilen der Kampftruppen, vor allem bei den Marineinfanteristen, deutliche Vorbehalte.
Die Gegner einer Änderung unter den Republikanern warnten, eine Zulassung bekennender Schwuler werde die Kampfmoral schwächen. Sie werde, zumal in Kriegszeiten, zu gefährlicher Ablenkung führen und Menschenleben kosten, sagte zum Beispiel der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain aus Arizona.
Gates hat indessen bereits im Vorfeld der Entscheidung angekündigt, dass die Neuregelung behutsam umgesetzt werden solle, um Störungen zu vermeiden. An einem Konzept für eine möglichst reibungslose Integration wird im Pentagon schon seit geraumer Zeit gearbeitet.
Die Regel "Don't ask don't tell" (Frage nicht, sage nichts) war 1993 unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt worden, um Schwulen und Lesben überhaupt die Möglichkeit zum Militärdienst zu eröffnen. Das heißt, sie konnten dienen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung geheim hielten, und sie wurden bei Bewerbungen auch nicht danach gefragt. Seit der Einführung sind rund 14.000 Soldaten aus dem Militär entlassen worden, weil sie sich zu ihrer Neigung bekannten.
Linkswähler schrieb:
am 19. Dezember 2010 um 09:17:07
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Schwule US- Soldaten
Das Urteil wird Westerwelle ja freuen.
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