Schweinegrippe

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Schwere Komplikationen bei Impfung

Erschienen am 03. November 2009
In Düsseldorf gab es bei der Impfung erstmals schwere Komplikationen (Foto: AP)
In Düsseldorf gab es bei der Impfung erstmals schwere Komplikationen (Foto: AP) Vergrößern
Bei der Schweinegrippe-Impfung in Deutschland sind erstmals lebensgefährliche Komplikationen aufgetreten. In Düsseldorf erlitt ein etwa 30-jähriger Mann nach der Impfung einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, teilte der Düsseldorfer Arzt Christian Wittig mit.

Glücklicherweise befand sich der etwa 30 Jahre alte Mann zu diesem Zeitpunkt noch in der Arztpraxis und konnte sofort notfallmäßig betreut werden. "Bei einem anaphylaktischen Schock hat man ein Zeitfenster von 90 Sekunden, um zu reagieren", betonte Wittig. Der Patient habe einen Kreislaufkollaps erlitten, sei aber noch ansprechbar gewesen. Nach einer Notfallbehandlung wurde er in ein Krankenhaus gebracht, konnte die Klinik aber zwei Stunden später bereits wieder verlassen.

Plötzlich Atemnot geraten

Der Impfpatient habe nach der Spritze mit dem Serum Pandemrix plötzlich Bluthochdruck bekommen, der Puls sei gestiegen und er sei in Atemnot geraten. "Der Patient war jung und gesund", betonte Wittig. Der Arzt informierte das Paul-Ehrlich-Institut in Langen über den Vorfall.

Todesfälle in Schweden

Wittig betonte, die Erfahrungen in Schweden, wo bereits früher mit der Impfung begonnen wurde, hätten gezeigt, dass die Impfung nicht risikolos sei. Eine solche Überreaktion "kann bei jeder Impfung auftreten", erklärte der Arzt. In Schweden seien bei 150.000 Impfungen fünf Todesfälle registriert worden. Dennoch sei die Impfung sinnvoll und notwendig.

Schockreaktion ist sehr selten

Das Bundesinstitut für Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) betonte, solche anaphylaktischen Reaktionen nach Impfungen seien ausgesprochen selten. Sie kämen in geschätzten 1 bis 10 Fällen pro einer Million Impfdosen vor. Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen will den Vorfall nicht untersuchen. "Es ist ein Einzelfall", sagte ein Sprecher.

39-Jährige weiter in Lebensgefahr

Unterdessen wird eine mit der Schweinegrippe infizierte Frau in der Frankfurter Uniklinik weiter intensivmedizinisch behandelt. Der Zustand der mit dem H1N1-Virus infizierten 39-Jährigen sei "kritisch und nach wie vor lebensbedrohlich", teilte das Krankenhaus mit. Allerdings habe sich ihr Gesundheitszustand durch ein spezielles Beatmungsverfahren geringfügig verbessert. Hinweise auf Vorerkrankungen der Patientin gebe es weiter nicht. Die 39-Jährige wird demnach ausnahmslos von geimpftem Personal betreut und ist in einer Isolationsschleuse untergebracht.

Slowakei schließt Grenzübergänge

Derweil schloss die Slowakei vorübergehend zwei Grenzübergänge zur Ukraine wegen der dort grassierenden Schweinegrippe. An den anderen drei Grenzübergängen wurden die Reisenden stichprobenweise auf Fieber und andere Grippesymptome kontrolliert. Zugleich kündigte das slowakische Innenministerium an, unverzüglich insgesamt 300.000 Schutzmasken in die unmittelbar an der ukrainischen Grenze gelegenen Dörfer zu liefern.

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Quelle: AP
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