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Mindestens 15.000 Neuerkrankungen pro Woche
16.11.2009, 12:28 Uhr
Die Schweinegrippe greift weiter rasant um sich (Foto: dpa)In Deutschland infizieren sich mittlerweile mehr als 15.000 Menschen pro Woche mit der Schweinegrippe. So viele Fälle würden gemeldet, erläuterte Gérard Krause, Infektionsexperte am Robert-Koch-Institut, am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Und das sind nur die laborbestätigten Fälle." Viele Erkrankungen würden gar nicht erst erfasst, da das Meldesystem geändert worden sei.
"Ärzte werden jetzt gebeten, keine Verdachtsfälle mehr zu melden, sondern nur die laborbestätigten Fälle und Todesfälle." Ein Nachweis im Labor werde aber nur bei ungewöhnlichen Krankheitsverläufen angestrebt.
Ministerium: 55-Jähriger starb wohl nicht an Impfung
Derweil teilte das
thüringische Gesundheitsministerium mit, man gehe nicht davon aus, dass die Impfung gegen Schweinegrippe den Tod eines 55-jährigen Mannes verursacht habe. Abteilungsleiter Gesundheit, Heinz Fracke, sagte, am Montag soll eine Obduktion vorgenommen werden, um Gewissheit darüber zu erhalten. Das Ergebnis wird im Lauf der Woche erwartet.
Probleme nach dem Bowling
Der 55-jährige Mann aus dem thüringischen Leinefelde im Eichsfeldkreis habe sich am Donnerstag um 16.30 Uhr von seinem Hausarzt in dessen Praxis impfen lassen, sagte Fracke. Am Abend sei er zum Bowling gegangen. Nach seiner Rückkehr nach Hause bekam er so massive gesundheitliche Probleme, dass der Notarzt gerufen wurde. Dieser habe den Mann nicht retten können. In der Nacht zum Freitag starb der 55-Jährige.
Bisher kein Todesfall
Über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten bei ihm sei bisher nichts bekannt. Zur Frage eines möglichen Zusammenhangs zwischen Impfung und dem Todesfall sagte Fracke: "Ich gehe davon aus, dass es den nicht gibt." In Deutschland wie in Europa seien seit drei Wochen bereits sehr viele Menschen mit dem gleichen Impfstoff geimpft worden, und bisher habe es keinen Todesfall gegeben.
Auch bei 65-jährigem Opfer offenbar kein Zusammenhang
Unverträglichkeiten könne es allerdings bei jedem Impfstoff geben. Bereits am Dienstagabend war in Weimar eine 65-Jährige mit schweren Vorerkrankungen einige Stunden nach der Schweinegrippe-Impfung an Herzschwäche gestorben. Nach Ansicht des zuständigen Amtsarztes gebe es keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und ihrer Immunisierung gegen die Schweinegrippe. Eine Obduktion habe der Witwer allerdings abgelehnt.
Minister ruft zur Impfung auf
Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) rief die Thüringer erneut auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Es sei aber wichtig, sich vorher mit dem Hausarzt über eventuelle Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen zu beraten, sagte sie.
Quelle: dpa
, dapd
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