18.10.2010, 10:39 Uhr
PID: Vor der Einpflanzung in den Mutterleib können im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht werden (Foto: imago)
In der schwarz-gelben Koalition verschärft sich der Konflikt über den Embryonenschutz. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel am Wochenende ein Verbot der sogenannten Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, gefordert hatte, macht der Koalitionspartner FDP klar, dass er ein solch restriktives Vorgehen nicht mittragen würde.
Der Bundesgerichtshof habe in seinem Urteil befunden, dass die PID nicht verboten sei, erklärte die Fraktionschefin der FDP im Bundestag, Birgit Homburger, der "Passauer Neuen Presse". "Und das ist auch gut so." Homburger fügte hinzu: "Wenn die Medizin heute in der Lage ist, im Vorfeld schwere Krankheiten zu erkennen und damit unnötiges Leid zu ersparen, dann sollten wir dieses Wissen nutzen."
Auch der Generalsekretär der Liberalen, Christian Lindner, sagte: "Für die FDP kann ich ein striktes Verbot der PID ausschließen." Er bedauerte gegenüber dem "Handelsblatt", "dass die Bundeskanzlerin als Naturwissenschaftlerin die Chancen dieser Methode nicht stärker würdigt".
Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht, so dass sie aussortiert werden können. Merkel hatte sich am Wochenende für ein PID-Verbot ausgesprochen. "Aus meiner Sicht sollten wir die Präimplantationsdiagnostik verbieten", hatte die CDU-Chefin beim Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam gesagt.
Aber nicht nur beim Koalitionspartner, auch in der Union gibt es entschiedene Gegner dieser Position: So sagte der frühere Generalsekretär und jetzige Chef der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze, am Sonntag im ZDF, ein solches Verbot "wäre ein Verstoß gegen die Moral, es wäre ein Verstoß gegen die Menschenwürde, es wäre ein Verstoß gegen die humanitäre Vernunft".
FDP-Generalsekretär Lindner sagte, in dieser ethischen Frage ende die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin: "Wenn durch die PID Kinderwünsche erfüllt und gleichzeitig schwerste Gen-Defekte vor der Einpflanzung in die Gebärmutter verhindert werden können, dann ist das ethisch sinnvoll." Die FDP-Expertin Ulrike Flach plädierte im ZDF dafür, "eine streng nach ethischen Kriterien definierte Rahmenbedingung" für die Präimplantationsdiagnostik zu schaffen.
Vorige Woche war deutlich geworden, dass die FDP angesichts des heftigen Widerstands aus der Union notfalls eine Mehrheit mit Abgeordneten der Opposition für eine Regelung der umstrittenen Gentests an Embryonen anstrebt. Eltern mit Erbkrankheiten soll der FDP zufolge die Möglichkeit zu solchen Tests offenstehen. Die CDU hat ihre Haltung - für ein Verbot der Gentests an Embryonen - im Grundsatzprogramm festgeschrieben.
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juli ist die PID nach einer künstlichen Befruchtung aber nicht verboten. Das Embryonenschutzgesetz sieht dieses Verbot nicht vor - die PID war damals in Deutschland noch nicht verfügbar. Das Gesetz verbietet die Verwendung von Embryonen zu anderen Zwecken als zur Herbeiführung einer Schwangerschaft.
Quelle: dpa
Helmut schrieb:
am 18. Oktober 2010 um 14:33:42
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Schwarz-Gelb streitet
Zuerst die SACHE mit mehr NETTO.Die Zeit rast und dan ist BRUTTO ,N E T T O !
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rebell schrieb:
am 18. Oktober 2010 um 14:00:05
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Hat hier
eigentlich jemand richtig gelesen?? Es geht darum, dass schwere Erbkrankheiten ausgeschlossen werden können, das ist doch wirklich
gut. Und nicht um spätere Muskelprotze oder 90-60-90 Frauen...Wahrscheinlich sind die Gegner auch gegen Impfungen (Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Röteln etc.)
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Juliana schrieb:
am 18. Oktober 2010 um 13:41:15
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@Martine
es ist noch nicht wirklich Leben über das entschieden wird ob es leben darf oder nicht,wenn du selbst ein geistig behindertes Kind
ohne allzu große Lebenserwartung in deiner Familie hast siehst welches Leben dieses Menschlein führen muß,in einer anderen Welt lebt,wie schwer es f.Eltern u.Geschwister ist würdest du es verstehen
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