16.12.2011, 13:01 Uhr
Noch ist unklar, ob es sich um den Schützen handelt. Der Jugendliche ist offenbar der jüngere Bruder der 24 und 25 Jahre alten Opfer.
Nach einer Schießerei mit zwei Schwerverletzten im nordrhein-westfälischenBottrop hat sich am späten Abend der 16-jährige Täter gestellt. Das melden n-tv und "Bild" unter Berufung auf die Polizei. Bei dem Teenager handelt es sich um den jüngeren Bruder der 24 und 25 Jahre alten Opfer.
Der Täter war nach den Schüssen laut "Bild"-Zeitung in einem dunklen Kleinwagen geflüchtet. Zeugen sagten bereits am Donnerstagabend, er habe auffällig jung ausgesehen. Später am Abend meldete er sich in Begleitung eines Anwalts auf einer Polizeiwache und gestand seine Verwicklung in die Tat.
Gegen 17.40 Uhr hatte der Täter zwischen einer Grundschule und einer Kirche das Feuer auf die beiden eröffnet. Berichte, dass aus einem fahrenden Auto heraus geschossen wurde, wollte der Sprecher nicht bestätigen. Die Angeschossenen waren danach lebensgefährlich verletzt mit Hubschrauber und Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Sie wohnen nach Polizeiangaben in Bottrop. Am Tatort war eine kleine Blutlache zu sehen; ein Turnschuh lag auf dem Gehweg.
Schnell wurde klar: Einen direkten Bezug zu der Schule gab es nicht. "Der eigentliche Tatort befindet sich auf dem Gehweg vor der Schule", erläuterte ein Polizist bald nach der Tat. Da sich die Schießerei am späten Nachmittag ereignete, seien keine Kinder dort gewesen.
"Bild" zitierte den Großvater der verletzten Brüder Kenan und Ramazan B. mit den Worten: "Sie sind sehr vernünftige Jungs, haben beide einen festen Job. Ich kann das nicht begreifen." Die beiden seien auf dem Heimweg von einem Wettbüro gewesen.
Der Schütze flüchtete nach der Tat. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach ihm, auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Der Tatort, der in einem Wohngebiet liegt, wurde abgesperrt. Mehrere Zeugen wurden vernommen, das Motiv der Bluttat und ihr genauer Hergang liegen jedoch nach wie vor im Dunkeln.
Bei der Fahndung kam später am Tag zu einer unangenehmen Verwechslung: Zeugen hatten unmittelbar nach der Schießerei ein verdächtiges Fahrzeug wegfahren sehen. Nachdem die Polizei die Verfolgung aufgenommen hatte, konnte der Wagen mit vier Insassen auf der Autobahn 42 in Höhe Oberhausen gestoppt werden.
Bewaffnete Einsatzkräfte umstellten das Auto daraufhin mit gezückten Pistolen. Der Verdacht erwies sich jedoch als falsch: Die vier Wageninsassen hatten laut Polizei mit der Tat nichts zu tun und waren schlicht "zur falschen Zeit am falschen Ort".
Quelle: t-online.de , dapd , dpa
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