29.01.2006, 14:24 Uhr
Vor dem Hintergrund der aktuellen Ärzteproteste hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Erhöhung der Arzthonorare in Verbindung mit einer Senkung der Arzneimittelkosten vorgeschlagen. "Ich halte es nicht für richtig, dass wir mehr Geld für Arzneimittel ausgeben als für die gesamte Honorierung der niedergelassenen Ärzte", sagte die SPD-Politikerin dem "Focus".
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Verständnis für die Ärzte
Die Ministerin äußerte Verständnis für die Forderungen der Ärzte: "Wenn sich herausstellt, dass man für eine angemessene Bezahlung wirklich mehr braucht, dann bin ich auch bereit, für eine höhere Honorierung einzutreten." Da jedoch der Bevölkerung dafür keine höheren Beiträge zugemutet werden dürften, müsse das Geld an anderer Stelle wieder erwirtschaftet werden.
Patienten sollen belohnt werden
Schmidt zeigte sich auch aufgeschlossen gegenüber Vorschlägen, Patienten zu belohnen, die preisgünstige Medikamente einnehmen: "Es gibt den Vorschlag, von Patienten, die sich preisgünstige Präparate verschreiben lassen, keine Zuzahlungen mehr zu verlangen. Die Koalitionsfraktionen prüfen derzeit, ob diese Möglichkeit noch in das Gesetz aufgenommen werden soll."
Reformvorschlag bis Ende März
Derzeit gehe es darum, verschiedene Modelle durchzurechnen, sagte Schmidt zur geplanten Gesundheitsreform. Sie werde bis Ende März einen Vorschlag machen, den sowohl SPD als auch Union ihn tragen könnten. Die Ministerin fügte hinzu: "Ein tragfähiges Koalitionskonzept wird sich von den eigenständigen Plänen der Parteien im Wahlkampf unterscheiden."
Kauder will mehr Wettbewerb
Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach sich mit Blick auf die Gesundheitsreform für "mehr Transparenz und Wettbewerb" im Gesundheitswesen aus. Ein denkbares Modell sei, den Krankenkassen eine feste Prämie zur Verfügung zu stellen, damit sie "dann in den Wettbewerb treten können, ob sie mit dieser Prämie auskommen oder ob sie auch billiger sein können", sagte Kauder im Deutschlandfunk. Darüber solle im zweiten Quartal 2006 mit der SPD gesprochen werden.
Quelle: dpa
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