06.04.2006, 14:52 Uhr
Genitalverstümmelungen bei Frauen sind nach Aussage von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auch ein Problem in Deutschland. "Wir haben lange Zeit gedacht, dass das für uns kein Thema ist", sagte Schmidt am Donnerstag in Berlin. "Tatsächlich leben in Deutschland aber Schätzungen zufolge rund 30.000 Frauen, die eine Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen mussten". Weltweit sind etwa 150 Millionen Frauen und Mädchen von den als Beschneidungen bekannten Eingriffen betroffen.
Unvorstellbar grausam
"Für uns sind die angewandten grausamen Praktiken nicht vorstellbar, mit denen Mädchen und Frauen an Körper und Seele verletzt werden", sagte Schmidt. Immer mehr Migrantinnen, die eine Genitalverstümmelung erlitten haben, suchen demnach auch in Deutschland einen Arzt oder eine Ärztin auf. "Diese Frauen müssen einfühlsam und kompetent unterstützt werden", sagte Schmidt.
Künftige Generationen schützen
Außerdem sei Präventionsarbeit wichtig, um künftige Generationen vor den Eingriffen zu schützen. Sie begrüße daher die von der Bundesärztekammer vorgelegten "Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung". Darin wird über die Behandlung der betroffenen Frauen aufgeklärt.
In Afrika verbreitet
Genitalverstümmelungen sind vor allem in Teilen Afrikas noch immer weit verbreitet. "Damit sollen die Frauen angeblich vor ihrer eigenen Sexualität und Triebhaftigkeit geschützt werden", sagte die Leiterin des Funktionsbereiches Gynäkologische Psychosomatik an der Medizinischen Hochschule Hannover, Mechthild Neises. Der Eingriff reicht von der Abtrennung der Vorhaut der Klitoris bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den Schamlippen. Die schlimmsten Folgen hat die so genannte Infibulation. Dabei wird die Vagina nach der Verstümmelung bis auf eine kleine Öffnung zugenäht.
Oft tödliches Ende
Die Prozedur wird zumeist unter primitiven Bedingungen vorgenommen. "Nach den Eingriffen, die oft unter massiver Gewaltanwendung erfolgen, leiden die Frauen an starker Narbenbildung, Infektionen, Inkontinenz, Problemen bei der Regelblutung und teilweise auch an Beschwerden beim Sexualverkehr". Hinzu kämen Depressionen und Angstvorstellungen. Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen.
Deutsche Ärzte besser ausbilden
Die Hilfsorganisationen UNICEF und Terre des Femmes forderten unterdessen weitere Maßnahmen, damit beschnittene Frauen künftig besser beraten und medizinisch behandelt werden. Vor allem die Aus- und Fortbildung der Ärzte in Deutschland müsse verbessert werden.
Quelle: dpa
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS