Nicht jeder kommt morgens leicht aus den Federn (Quelle: t-online.de)Für Langschläfer gibt es jetzt endlich die perfekte Ausrede: "Die Gene sind schuld." Denn die innere Uhr bestimmt, ob jemand morgens schwungvoll aus dem Bett steigt oder lieber noch ein bisschen länger liegen bleibt. Das berichten Forscher aus Berlin und Zürich in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften "PNAS".
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Gen leuchtet, wenn Zellen aktiv sind
Für ihre Studie entnahmen die Wissenschaftler um Achim Kramer von der Charite in Berlin Hautzellen von 28 Patienten, die unter Schlafstörungen leiden. Die Testpersonen waren elf Früh- und 17 Spätaufsteher, von den Forschern auch als Lerchen und Nachteulen bezeichnet. Den entnommenen Zellen fügten die Forscher ein Gen zu, das im Takt der Zellaktivität leuchtet. Unter einem so genannten Photomultiplier, einer speziellen Apparatur, die das von den Zellen ausgesendete Lichtsignal auffängt und verstärkt, ist dieses Leuchten sichtbar.
Aktive Gene, aktiver Mensch
So erhielten sie für jede Testperson ein individuelles Profil. Mit einem Fragebogen bestimmten die Forscher, zu welcher Tageszeit die Testpersonen verschiedene Aufgaben lieber durchführen. Das Ergebnis: Sind die Gene aktiv, ist es der Mensch auch. "Allein am Verlauf der Kurven können wir vorhersagen, ob es sich um einen Frühaufsteher oder Langschläfer handelt", beschreibt Kramer das Prinzip. Dabei zeigten die Hautzellen der Frühaufsteher die kürzesten Leuchtperioden auf, jene der Nachteulen die längsten.
Vererbbare Störung
Ein Teil der untersuchten Patienten gehörte sogar zu den extremen Chronotypen: So bezeichnen die Wissenschaftler Menschen, die beispielsweise schon morgens um vier Uhr nicht mehr schlafen können, dafür aber abends um acht schon todmüde ins Bett fallen. Die Analyse ihrer Hautzellen lässt die Forscher vermuten, dass sie einen Gendefekt haben, der ihre innere Uhr verstellt. Rund ein Viertel aller Deutschen leidet unter dieser vererbbaren Störung.
Probleme im Alltag
"Für die Betroffenen ist das ein Problem", sagt Kramer, "weil sie ständig gegen ihren biologischen Rhythmus leben müssen." Sie sind zu einer anderen Phase des Tages aktiv und können sich nur schwer an die Zeiten von Freunden, Schule oder Beruf anpassen. Oft leiden diese Menschen auch an Schlafstörungen, Stress und psychischen Erkrankungen. "Mit unserer neuen Untersuchungsmethode ist es jetzt möglich, in kurzer Zeit zu testen, ob das Problem genetisch bedingt ist", erklärt der Chronobiologe. Damit wäre jeder, der regelmäßig und anhaltend verschläft, fein raus.