07.09.2010, 16:16 Uhr | DDP
Mainz (dapd-rps). Miserable Planungen, schlampige Arbeit und harte Winter haben beim Bau der neuen Erlebniswelt am Nürburgring zu einer Verdoppelung der Baukosten geführt. Statt ursprünglich im Herbst 2005 veranschlagten 58 Millionen Euro seien die Kosten bis August 2009 auf 113,5 Millionen Euro gestiegen, sagte der Bauingenieur und technische Leiter der Nürburgring GmbH, Alexander Schnobel, am Dienstag im Untersuchungsausschuss zur Nürburgring-Finanzaffäre in Mainz. Hauptursache dafür sei die "unzulängliche Arbeit" des Generalplaners Tilke gewesen. Auch andere Zeugen bestätigten diese Darstellung. Von dem Generalplaner habe man sich aber nicht trennen können, weil sonst die Erlebniswelt nicht mehr rechtzeitig zum Formel-1-Rennen Anfang Juli 2009 fertig geworden wäre.
Der Architekt Christoph Brück, zuständig für die Steuerung und Koordinierung der Arbeiten, bezifferte die Mehrkosten für den Bau der Erlebniswelt auf insgesamt 57 Millionen Euro. Nicht im Budget eingeplante Hochbauarbeiten hätten 42,9 Millionen Euro mehr gekostet, weitere Mehrkosten seien durch gewünschte Attraktionssteigerungen entstanden. Diese zusätzlichen Änderungen hätten 1,7 Millionen Euro gekostet, weitere Hochbauelemente für die Umsetzung der Achterbahn Roller Coaster noch einmal 12,4 Millionen Euro.
Brück nannte als Grund für die Kostensteigerungen "je zur Hälfte" Bauverzögerungen durch geplatzte Auftragsvergaben und den harten Winter sowie die mangelhafte Arbeit von Tilke. Dessen Planungen seien "lückenhaft" gewesen, er habe immer wieder aufgefordert werden müssen, seine Arbeit "besser, schneller und sorgfältiger" zu erledigen. "Wir haben da alle viele Nerven gelassen", sagte Brück. Auch über eine Entlassung des Generalplaners sei mit der Nürburgring GmbH diskutiert worden. Die Fertigstellung der Erlebniswelt zum Formel 1-Rennen habe aber "weit höhere Priorität" gehabt, ein neues Planungsteam hätte die Fertigstellung um zwei bis drei Monate verzögert. "Wir saßen alle in einem fahrenden Zug ohne Bremse bis zu diesem Öffnungstermin", sagte der Architekt.
Auch Schnobel warf dem Generalplaner "entweder fehlerhafte oder unvollständige" Ausführungsplanungen vor. Immer wieder habe es Krisengespräche mit Tilke gegeben, der habe sich aber "uneinsichtig" gezeigt. Zudem habe es immer wieder Probleme mit geplatzten Auftragsvergaben und der Umsetzung des Ring Racers gegeben. Am Ende seien Aufträge in Höhe von 19,4 Millionen Euro ohne Ausschreibung vergeben worden. "Lücken beim Generalplaner und der Zeitdruck vor der Eröffnung machten es unmöglich, Gewerke noch auszuschreiben", bestätigte auch der Director Operations der Nürburgring GmbH, Andreas Stickel. Deshalb seien in der Endphase Aufträge freihändig vergeben worden, um den Eröffnungstermin einhalten zu können.
Auch Brück berichtete von großen Problemen mit fehlgeschlagenen Auftragsvergaben. So habe nur ein Angebot für den Bodenbelag des Boulevards vorgelegen, für die Glasfassaden sogar gar keines. Ein Dachdecker weigerte sich, die ausgeschriebene Art der Dachausführung umzusetzen, weil er technische Bedenken hatte. Ausschreibungen für einzelne Gewerke hätten wegen Unwirtschaftlichkeit aufgehoben werden müsse. Dazu sei noch der harte Winter gekommen. "Wir hatten nicht nur einen ambitionierten Terminplan, sondern auch viele Hürden bei den Vergaben", bilanzierte Brück. Die "Teileröffnung" der Erlebniswelt im Juli 2009 sei deshalb ein Erfolg gewesen, fügte Brück hinzu.
dapd
DDP
Als Dank für Ihre Bestellung gibt’s 10,- € & einen Korb XXL im Wert von 20,- € geschenkt! von imwalking.de
Perfekt in Qualität und Passform: topaktuelle Damenmode mit Stil für jedes Wetter. von mona.de
Der Tarif ohne böse Überraschung. Nur 9 Cent je Minute und SMS.
von congstar.de
Coole Jeans mit perfekter Pass-
form. Für jeden Typ der richtige Schnitt - bis Größe 60. zum Special