13.02.2012, 11:28 Uhr | Von Sabine Latterner und Frank Bretschneider
Mehr als 129.000 Duisburger stimmen gegen ihren Oberbürgermeister. Sauerland selbst zeigte sich von der Niederlage überrascht.
Applaus und Jubel im Duisburger Rathaus: Nach der Abwahl des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU) liegen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg" am Sonntagabend in den Armen. Theo Steegmann, Sprecher des Bündnisses, nimmt die Gratulationen seiner Mitstreiter entgegen und ist begeistert: "Wir freuen uns über das Bombenergebnis."
Zugleich versammeln sich draußen vor dem Rathaus trotz klirrender Kälte mehr als 50 Bürger. Sie feiern die Abwahl, zünden Raketen, rufen ihre Freude laut heraus - und sie warten auf das abgewählte Stadtoberhaupt, das sich angekündigt hat. Denn bis zuletzt hielten sich Spekulationen, Sauerland könnte einen Auftritt in der Öffentlichkeit bei einem für ihn vernichtenden Ergebnis scheuen.
Als er dann doch durch den Haupteingang des Rathauses eilt, entlädt sich erneut der Zorn der Bürger. Sie stürmen auf ihn zu, beschimpfen ihn. Es hagelt Buhrufe und Pfiffe. Die Polizei schirmt ihn ab. "Ich hätte nicht gedacht, dass er durch den Vordereingang kommt", sagt eine Frau völlig erstaunt.
Für den Abwahlantrag einer Bürgerinitiative hatten nach Angaben der Stadt vom Sonntagabend 129.833 Wähler gestimmt. Das waren deutlich mehr als die für eine Abwahl notwendigen rund 92.000 Stimmen. Sauerland istder erste Rathauschef in einer nordrhein-westfälischen Großstadt, der auf diese Weise seinen Posten einbüßt. Die CDU hat damit vorerst ihren letzten Oberbürgermeister in den großen Städten des Ruhrgebiets verloren.
Als das scheidende Stadtoberhaupt schließlich im Foyer des Rathauses vor die Journalisten tritt, zeigt er sich über seine so deutlich ausgefallene Abwahl völlig überrascht. Er sei sich "ziemlich sicher" gewesen, dass nach den "vielen Erfolgen" während seiner Amtszeit das Ergebnis anders ausfallen würde. Er bedauere es sehr, dass es zu diesem Ergebnis gekommen sei.
Der CDU-Politiker räumt zugleich ein, dass seine Amtszeit mit der Katastrophe der Loveparade verbunden bleiben werde. "Damit werde ich leben müssen". Er sei gerne Oberbürgermeister gewesen und habe das Amt mit "Herzblut" ausgefüllt. Bis Mittwoch werde er sein Büro räumen und seinen Schreibtisch "verwaist" übergeben. Nach dem kurzen Statement tritt er ab, von weiteren Presse-Anfragen in den nächsten Tagen bittet er abzusehen.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg", die das Abwahlverfahren ins Rollen gebracht hat, blicken nach dem spannenden Wahlabend nun nach vorne: "Wir können jetzt einen gewissen Schlussstrich unter das politische Versagen nach der Loveparade ziehen", sagt Steegmann.
Trotz der Freude über den Erfolg sind die Gedanken der Bürgerinitiative an diesem Abend aber auch bei den Opfern der Loveparade-Katastrophe und deren Angehörigen. Das Unglück war der Auslöser, die Abwahl Sauerlands überhaupt durchzusetzen. Er hoffe nun, dass das deutlich ausgefallene Ergebnis den Betroffenen eine "gewisse Genugtuung" gebe, sagt Steegmann.
Zugleich ließ er für Sauerland trotz der scharf geführten Auseinandersetzung nicht nur Härte durchscheinen: "Menschlich tut mir der Mann leid." Auch sein Kollege Werner Hüsken befindet: "Er ist ein Mensch, der Hilfe braucht". Nach seiner Einschätzung trägt Sauerland sogar "pathologische Züge".
Quelle: dapd
Josh schrieb:
am 13. Februar 2012 um 19:02:03
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Sauerland
Es ging letztlich nur ums Geld (Bezüge)er konnte nicht freiwillig gehen.Wenn auf der Autobahn bei Nebel Menschen umkommen muss der
Verkehrsminister abtreten.Wenn meine Frau das Essen anbrennen lässt lasse ich mich scheiden Wenn meine Kinder schlechte Noten nach Hause bringen muss der Lehrer entlassen werden u.s.w.
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jomo schrieb:
am 13. Februar 2012 um 17:09:09
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Sauerland
Ein Sieg der Demokratie und eine üppige Altersversorgung für Sauerland.
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der andere schrieb:
am 13. Februar 2012 um 16:57:57
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fasst nochmal die Merkmale
der DU-CDU zusammen, Sie..
..sind nicht in der Lage Krisen zu meistern.
..zeigen sich lieber mit reichen
Unternehmern und Verbänden in der Öffentlichkeit, und das kurz nach den Desastern.
Es kommt nie eine herzliche, sowie ehrliche Anteilnahme von ihnen.
..sind eiskalt und eine Schande für die Menschen.
..sind selbstgefällige Männer.
..tragen Pathologische Züge.
Das ist ein kleiner Auszug aus den hier sehr genau beschriebenen Kommentaren.
Basisdemokratisch nun per Daumen auf- oder abstimmen.
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