Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland > Parteien >

Sarrazin soll selber gehen: Ex-Senator zum SPD-Austritt aufgefordert

...

Sarrazin soll selber gehen - Ex-Senator zum SPD-Austritt aufgefordert

27.04.2011, 15:58 Uhr

In der SPD weiter heftig umstritten: Thilo Sarrazin (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In der SPD weiter heftig umstritten: Thilo Sarrazin (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Nach dem gescheiterten Parteiausschluss gegen den früheren Berliner Finanzsenator und Bundesbanker Thilo Sarrazin fordern ihn seine Gegner nun selbst zum Austritt aus der SPD auf. Die Vizefraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Dilek Kolat, appellierte an ihn, sein Parteibuch zurückzugeben. Auch Niedersachsens SPD-Chef Olaf Lies sagte, das Ende des Verfahrens sei schwer zu vermitteln. Dagegen verteidigten der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi und der konservative Seeheimer Kreis in der SPD die Einigung mit Sarrazin.

Mehrere SPD-Organisationen hatten in der vergangenen Woche nach Verhandlungen einer Schiedskommission ihre Ausschlussanträge gegen Sarrazin zurückgezogen. Vorausgegangen war eine Erklärung des früheren Politikers, wonach er keine sozialdemokratischen Grundsätze verletzen oder Migranten diskriminieren wollte. Hintergrund sind die umstrittenen Thesen zur Integration in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab".

Sarrazin habe gesehen, dass seine Positionen nicht mit den SPD-Grundwerten vereinbar seien, sagte Kolat. Daran ändere auch die Einstellung des Verfahrens nichts. Die Partei werde jetzt diskutieren müssen, ob sie "alle Positionen bis an den Rand des Rechtspopulismus" dulde. Sie selbst sehe ihre Aufgabe darin, den "aufgeklärten Teil der Partei zu stärken" und das Vertrauen der Migranten zurückzugewinnen, sagte Kolat, die türkische Wurzeln hat.

Einigung als Kuhhandel kritisiert

Der Spandauer Abgeordnete Raed Saleh kritisierte die Einigung in der "Berliner Morgenpost" als "Kuhhandel". SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, die dabei die Bundespartei vertrat, habe bei ihm "viel Kredit gespielt". Die Meinung von Nahles, wonach es eine "kluge Entscheidung" war, sei deren "ganz persönliche Einschätzung", fügte Kolat hinzu. Sarrazin habe eine "windelweiche Erklärung" abgegeben, in der er nichts klargestellt und sich nicht distanziert habe.

Nach Ansicht von Lies sollte Sarrazin Größe zeigen, die SPD vor Schaden bewahren und freiwillig austreten. "Wäre ich in seiner Situation, würde ich jetzt Verantwortung übernehmen und die Partei schützen und sie deshalb verlassen", sagte der niedersächsische Landespolitiker der Hannoverschen "Neuen Presse". Dennoch sei das Ende des Ausschlussverfahrens richtig gewesen.

Sarrazin selbst sagte dem Berliner "Tagesspiegel" auf die Frage, warum er in der Partei bleiben wolle, dazu sei "alles gesagt". Er sei im Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig und im Übrigen "einfaches Mitglied".

Nachrichten
Fall Sarrazin: SPD-Spitze in der Kritik

Nach dem umstrittenen Ende des Parteiausschlussverfahrens gegen Thilo Sarrazin, wächst der Druck auf die SPD-Spitze. zum Video

Dohnanyi: Es gab keinen Deal

Nach Darstellung Dohnanyis war die Einigung mit Sarrazin nicht vorher abgesprochen. Sarrazin hatte den Juristen als Verteidiger vor der Schiedskommission engagiert. Dohnanyi räumte gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" ein, Sarrazins Buch sei kompliziert und nicht immer transparent. Er hoffe, dass der frühere Senator künftig selbst Missverständnisse verhindern helfe.

Der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs sagte der "Rheinischen Post": "Ich kann die Entscheidung nachvollziehen. Es bringt nichts, weiter darüber zu streiten." Der Chef der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, forderte seine Partei auf, Meinungsverschiedenheiten auszuhalten.

SPD-Präsidiumsmitglied Joachim Poß sagte, die SPD stehe im Fall Sarrazin vor einem schwierigen Balanceakt. Es handele sich um ein "absolutes Spalterthema". Die Frage sei, ob sich der umstrittene Ex-Senator des "Vernunftversuchs" als würdig erweise, den die SPD-Schiedskommission angeboten habe. "Nach meiner Erfahrung wird es Sarrazin der Partei nicht leichter machen", sagte Poß.

Der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic warf der SPD derweil vor, sie werbe um Wähler am rechten Rand des Parteienspektrums. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, kritisierte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die SPD habe sich um eine klare, schonungslose Auseinandersetzung mit Sarrazin und seinen Thesen gedrückt.

"Kein glorreicher Tag in der Geschichte der SPD"

Auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, sagte, der Verzicht auf einen Ausschluss Sarrazins sei kein glorreicher Tag in der Geschichte der SPD gewesen. "Es wäre richtig und besser gewesen, für einen Ausschluss Sarrazins zu kämpfen, auch auf das Risiko einer Niederlage hin", kritisierte Kramer. Er wolle aber in der Partei bleiben, allein um sie nicht den Sarrazins und dessen Sympathisanten zu überlassen.


Anzeige

Quelle: dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Sarrazin soll selber gehen: Ex-Senator zum SPD-Austritt aufgefordert" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Sarrazin soll selber gehen: Ex-Senator zum SPD-Austritt aufgefordert" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (124)

zum Forum

Thema: "Sarrazin soll selber gehen: Ex-Senator zum SPD-Austritt aufgefordert"

RHEOSTAT schrieb: am 27. April 2011 um 21:38:40
(1) (0) Sarrazin und die SPD
Ich unterstütze Herrn S. Ansichten ohne Einschränkungen. Aber: Wass will Herr S. in der SPD ? - die vertritt doch
keinerlei Prizipien, außer natürlich dem Prinzip der Machterlangung- u. Ausübung. Dienst am Volk der BRD ist etwas anderes, als die Harz IV - Abzocke und die ungehemmte Überfremdung unseres Landes zu organisieren. Wir benötigen in unserem Land eine bürgerliche Regierung, die uns auch wirklich vertritt. Grundsatz: Deutschland zuerst, national, sauber und ohne Rechtsruck.
mehr Kommentar melden

Tom schrieb: am 27. April 2011 um 21:36:40
(0) (1) Sarrazin
Ich verstehe nicht warum der einzige Genosse mit klarem Verstand in dieser Arbeiterverräterpartei bleibt . Er sollte zu den Rep
übertreten oder zu Pro Deutschland . Dann hätten wir endlich eine Alternative zu dem linkslastigen Parteienspektrum in Deutschland.
mehr Kommentar melden

Nicht-SPD-Wähler schrieb: am 27. April 2011 um 21:31:51
(1) (0) Sarrazin, ein Mann mit Mut zur Aussage.
Herr Sarrazin, bitte bleiben Sie in der SPD. Diese Partei braucht Leute wie Sie mit Rückgrad. Mehr
von Ihrer Sorte bringen diese Partei wieder auf Vordermann, aber gehen Sie in die Spitze der Partei. Vielleicht gibt es dann Leute, die zu dieser Genossen-Partei wieder mehr Zutrauen kriegen.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige