Tsunami auf Samoa

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Panik und Zerstörung im Südsee-Paradies

Erschienen am 30. September 2009 | aktualisiert am 02. Oktober 2009 | Von Cherelle Jackson, AFP / AP
Menschen in der vom Tsunami zerstörten Stadt Pago Pago auf Samoa (Foto: AP)
Menschen in der vom Tsunami zerstörten Stadt Pago Pago auf Samoa (Foto: AP) Vergrößern

Ein völlig zerbeultes Auto steckt in einer Hauswand, in einem Saal liegt ein gestrandetes Fischerboot, Straßen sind von Trümmern übersät, ein zentnerschwerer Betonmischer liegt quer über der Straße: Nach dem verheerenden Tsunami bietet sich am Mittwoch auf den normalerweise idyllischen und verschlafenen Samoa-Inseln ein Bild der Verwüstung. Dutzende Menschen wurden von den bis zu siebeneinhalb Meter hohen Flutwellen in den Tod gerissen, ganze Dörfer ausgelöscht.

"Autos wurden durch die Gegend geschleudert und zerschmettert. Es war ein Meer der Zerstörung", berichtet ein Tourist dem Fernsehsender Sky. "Alles ist platt. Es ist einfach platt. Es war so schnell, und nun ist alles weg", sagt die neuseeländische Urlauberin Graeme Ansell.

"Welle riss uns mit"

Wendy Booth, die mit ihrem Mann die Ferienanlage "Sea Breeze" auf Samoa führt, hat den Tsunami mit knapper Not überlebt. "Eine zweite Welle brach durch den Fußboden, spülte zur Hintertür wieder raus und riss uns mit", schildert sie. "Wir konnten uns an einem Geländer festklammern. Mein Mann und ich hielten uns aneinander und an dem Geländer fest, und dann war die Welle vorbei, aber der Sog war enorm." Die Welle sei so stark gewesen, dass Möbel durch das Dach ihres Hauses gerissen wurden. Die Ferienanlage wurde völlig zerstört. "Die Lagune ist voller Trümmer", berichtet Augenzeuge Tony Manson. "Ich weiß nicht, wie viele Leute tot sind, aber ich weiß, dass hier gerade einige Leute Leichen bergen."

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Über 100 Tote

Nach Behördenangaben hat der Tsunami mindestens 119 Menschen in den Tod gerissen, auf Samoa, dem benachbarten Amerikanisch-Samoa und auf Tonga. Angesichts der vielen Vermissten könnte die Opferzahl aber noch steigen. Im Nationalpark von Amerikanisch-Samoa berichtet dessen Leiter Mike Reynolds, dem Beben seien vier Tsunami-Wellen gefolgt, die bis zu sechs Meter hoch gewesen seien. Die Wassermassen seien rund eineinhalb Kilometer tief auf Land vorgedrungen. Schätzungen des Roten Kreuzes zufolge sind rund 15.000 Menschen von dem Tsunami betroffen.

"So viele Menschen sind verschwunden"

Samoas Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi ist Stunden nach der Katastrophe noch immer "außer sich vor Entsetzen". "So viel ist zerstört. So viele Menschen sind verschwunden", sagt er. "Ich bin so schockiert, so traurig über den Verlust." Sein Stellvertreter Misa Telefoni hat traurige Nachrichten von den Touristengebieten an den Küsten der Hauptinsel Upolu: "Die meisten Anlagen sind völlig zerstört. Die gesamte Küste bietet ein ziemlich düsteres Bild." Auch von der Insel Amerikanisch-Samoa kommen Berichte über Tod und Zerstörung: "Es wird vermutlich eine Woche dauern, bis wir das ganze Ausmaß kennen", sagt Katastrophenschutzchef Michael Sala.

Kaum Zeit zur Warnung

Die Nähe des Seebebens der Stärke 8,0 zu Samoa ließ den Behörden kaum Zeit, Einwohner und Touristen zu warnen: Schon Minuten nach dem Erdstoß trafen die Flutwellen auf die flachen Inseln, berichtet Vize-Regierungschef Telefoni. Der Herausgeber der Zeitung "Samoa Observer", Russell Hunter, kritisiert dagegen, es habe trotz eines Frühwarnsystems keine Tsunami-Warnung gegeben: Der Alarm sei erst nach den Flutwellen gekommen.

Schnellere Warnung in Amerikanisch-Samoa

Auf dem 100 Kilometer östlich gelegenen Amerikanisch-Samoa verlief die Tsunami-Warnung dagegen offenbar weitgehend erfolgreich: "Polizeiwagen sind durch die Straße patrouilliert und haben die Leute aufgefordert, höher gelegene Gebiete aufzusuchen", berichtet Einwohner David Vaeafe. "In den Bergen haben junge Männer auf Benzinkanister getrommelt, um die Menschen zu warnen."

Nur drei Minuten zu Fliehen

In der Hauptstadt Pago-Pago wurde die Fischfabrik überschwemmt, die Stromversorgung brach zusammen. Die Arbeiter in der Fabrik hätten gerade einmal drei Minuten gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen, bevor das Wasser kam, berichtet Vaeafe. Das Werk wurde durch die Fluten zerstört.

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Ein Amateurfilmer zeichnet die Verwüstungen im Südpazifik auf.
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