03.04.2007, 07:42 Uhr
Nach dem meterhohen Tsunami auf den Salomonen-Inseln in der Südsee ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Die Behörden sprachen am Dienstag von mindestens 28 Todesopfern. 900 Häuser seien zerstört worden, etwa 5000 Menschen sind obdachlos. "Wir haben Berichte, wonach die Zahl der Toten weiter steigen wird", sagte Julian Mekai vom Nationalen Katastrophenamt in der Hauptstadt Honiara. Eine Reihe von Dörfern vor allem im Westen sei "völlig ausgelöscht", berichtete die Behörde.
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Hintergrund
Grafik
Gewaltige Flutwelle
Hilfe läuft nur schleppend an
Unterdessen warteten Überlebende verzweifelt auf Hilfe. Die Lieferung von Lebensmitteln, Wasser und Zelten über den Flughafen von Gizo lief nur schleppend an. Erste Pakete mit Hilfsgütern wurden von Helikoptern aus abgeworfen. Einen Großteil der Hilfe organisiert die australische Armee. Sie war nach Unruhen vor einem Jahr in das Land gerufen worden und ist nun mit 300 Mann auf den Salomonen.
Häuser sind nur noch Trümmer
An den verwüsteten Stränden im Westen des 100-Insel-Archipels liefen kleine Kinder, Frauen und Männer durch Trümmerfelder der zerstörten Häuser. Von vielen Gebäuden ragte nur noch das Dach aus dem Wasser. An anderer Stelle zeugten dem Erdboden gleich gemachte Holzhütten von der Wucht, mit der die fünf Meter hohe Welle am Montag über die Inseln hereingebrochen war.
Stichwort
Tsunamis
Erneut schwere Nachbeben
Die Region wurde auch am Dienstag von mehr als zwei Dutzend Nachbeben erschüttertet, viele davon mit Stärken über 6,0. Der Tsunami war am Montag von einem Erdbeben ausgelöst worden, dessen Stärke die US-Geologiebehörde USGS inzwischen auf 8,1 nach oben korrigierte. Die Zerstörungen weckten Erinnerungen an den verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004. Damals kamen in einem Dutzend Länder Asiens mehr als 220.000 Menschen ums Leben.
Kleine Inseln von Umwelt abgeschnitten
Was sich auf den abgelegeneren Inseln abgespielt hat, ist weiter unklar. Zu den hunderten teils winzigen Inseln drang auch am Dienstag noch keine umfassende Hilfe vor. Aus der 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Honiara starteten mehrere Boote mit Hilfsgütern. "Die sind aber mehr als zwölf Stunden unterwegs", berichtete der deutsche Honorarkonsul, Gerald Stenzel. "Zu manchen Inseln ist man dann noch einen Tag unterwegs." Viele hätten keinerlei Telefonverbindungen, allenfalls Radios.
Schreckliche Schicksale
Insgesamt 13 Dörfer sind nach Medienberichten zerstört worden. Unter den Toten waren auch ein Bischof und zwei Gemeindemitglieder in einer Kirche sowie ein Gefängniswärter aus Neuseeland, der erstmals nach 18 Jahren seine alten Eltern in Gizo besucht hatte. "Er wollte meine Großmutter retten, zusammen mit seinem jüngeren Bruder. Dann kam eine zweite Welle und sie sind ertrunken", berichtete seine Tochter im neuseeländischen Rundfunk.
Menschen verschanzen sich hinter Hügeln
Groß war das Elend vor allem in der Provinzhauptstadt Gizo. Dort leben einige tausend Menschen, von denen viele nach dem Erdbeben in die Hügel weiter im Landesinneren geflüchtet waren. Viele harrten dort auch über Nacht aus, zu verängstigt, um in die halb zerstörte Stadt zurückzukehren.
Quelle: dpa
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