05.04.2007, 13:24 Uhr
Für die Tsunami-Opfer auf dem Salomonen-Inseln wird die Hilfe zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Die ersten Kinder sind am Donnerstag schon an Durchfall erkrankt, weil auch drei Tage nach der Überschwemmung noch nicht genug Trinkwasser gibt. Die Wasserversorgung sei das dringendste Problem, sagte Danny Kennedy, Mitglied der Regierung der westlichen Provinz, dem Sender BBC. Das Rote Kreuz hatte am Mittwoch seine letzten Rationen in der Provinzhauptstadt Gizo verteilt und wartet dringend auf Nachschub. Hauptproblem ist die Logistik: der Flughafen von Gizo ist schwer beschädigt und größere Schiffe brauchen aus der Hauptstadt Honiara mehr als 20 Stunden.
Tsunami5000 sind obdachlos
Foto-Serie
Hintergrund
Grafik
Gewaltige Flutwellen
Weder Flüsse noch Toiletten
In Gizo ist die Lage besonders dramatisch, weil tausende Menschen dort obdachlos wurden und jetzt auf engsten Raum zusammen hausen. Die meisten haben sich in den Hügeln hinter der Stadt nur notdürftig Planen zwischen Bäume gespannt, aber dort gibt es weder Flüsse noch Toiletten. In der Stadt sind unzählige Häuser kaputt oder durch Riesenwellen unbewohnbar geworden. Die Menschen trauen sich auch nicht zurück, weil Nachbeben die Region seit dem schweren Beben am Montag immer wieder erschüttert haben.
Stichwort
Tsunamis
Schwere Traumatisierungen
Die Regierung in Honiara berichtete von schwer traumatisierten Menschen. Die Bewohner der westlichen Inseln brauchen dringend psychologische Hilfe, sagte Julian Makaa von der Katastrophenbehörde. Die Tsunamiwelle war nach dem schweren Erdbeben am Montag ohne Vorwarnung über die kleinen Inseln und die Provinzhauptstadt Gizo gerollt. Das Epizentrum lag nur 40 Kilometer vor der Küste. Die Welle riss die leichten Bauten in Strandnähe sofort um. Auch das einzige Krankenhaus mit 80 Betten direkt am Meer wurde überschwemmt. "Wir haben im Garten einer der Ärzte jetzt eine Art Nothospital eingerichtet", berichtete Regierungsmitglied Kennedy.
Mehr als 24 Tote
Was sich auf den abgelegeneren Inseln abspielt, weiß noch immer niemand genau. Dort wohnen überall verstreut Fischerfamilien in Strohhütten am Strand. Viele der Boote in Gizo, mit denen Helfer zu den Inseln hätten hinausfahren können, sind zerstört. Wahrscheinlich kamen mehr als zwei Dutzend Menschen ums Leben.
Japan will Hilfsgüter einfliegen
In Honiara traf am Donnerstag auch ein Transportflugzeug aus Australien mit Hilfsgütern ein. Die Maschine sollte nach Munda unweit von Gizo weiterfliegen. Japan wollte nach Angaben der Regierung in Honiara am Wochenende Hilfsgüter einfliegen, ebenso Malaysia.
Quelle: dpa
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