Erstklässler in Magdeburg (Foto: ddp)Sachsen ist der große Sieger des nationalen PISA-Tests. Auch international gesehen steht das Bundesland sehr gut da. Das geht aus dem Länderbildungsvergleich hervor, der am Dienstag in Berlin von der Kultusministerkonferenz veröffentlicht wurde.
Der Studie zufolge belegt Sachsen nicht nur beim Schwerpunktthema Naturwissenschaften Platz eins, sondern auch in den Bereichen Mathematik und Lesen. Bayern als bisheriger Spitzenreiter fiel beim dritten Ländervergleich jeweils auf Platz zwei zurück. Bremen hat sich zwar stark verbessert, ist aber erneut Schlusslicht.
Im internationalen Vergleich liegt Sachsen in den Naturwissenschaften sogar direkt hinter Sieger Finnland auf Rang zwei. Auch bei der Lesekompetenz und Mathematik liegt das Land deutlich über dem Mittelwert, der für die Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt wurde. Auch die anderen neuen Länder machten - im nationalen Ranking - einen großen Sprung nach vorn. So liegt Thüringen zum Beispiel bei Naturwissenschaften und Lesen auf Rang drei.
Insgesamt sind der neuen Studie zufolge seit Pisa im Jahr 2000 in den Ländern Verbesserungen sichtbar - die größten in den Naturwissenschaften, die geringsten im Lesen. Bei den Naturwissenschaften übertreffen gleich 13 Bundesländer den OECD-Durchschnitt. In Mathematik liegen dagegen nur vier, im Lesen fünf Länder über dem Durchschnitt. Drei liegen in der Mathematik unter dem Durchschnitt, beim Lesen fünf.
Große Leistungsunterschiede
Es gibt allerdings auch Wermutstropfen: In nur wenigen OECD-Ländern sind die Leistungsunterschiede von 15-Jährigen so groß wie in Deutschland. In manchen Ländern sind die Schüler im gleichen Alter um bis zu zwei Lernjahre weiter als in anderen. Ein Grund hierfür sei, dass die Zahl der Unterrichtsstunden in den Ländern sich stark unterscheidet, heißt es in der Studie. Schüler in den Ländern der Spitzenreiter Sachsen und Bayern haben die meisten Stunden von der ersten bis zur neunten Klasse, in Niedersachsen wesentlich weniger.
Mädchen im Lesen besser
Trotz der Verbesserungen ist in Deutschland aber auch der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lernerfolg weiter besonders stark. Zudem gibt es in der Mehrzahl der Bundesländer sehr viele leistungsschwache Schüler. Starke Unterschiede gibt es zwischen Jungen und Mädchen. In allen Ländern erzielten die Schülerinnen beim Lesen deutlich bessere Ergebnisse als Schüler, in Mathematik schlechtere. Positiv fällt auf, dass sich die Zahl der Sitzenbleiber sich in allen Ländern verringerte.
Es ist der dritte PISA-Bundesländervergleich seit dem ersten Test im Jahr 2000. Für den Bundesländer-Ergänzungstest - auch PISA-E genannt - der weltweiten PISA-Studie wurden 57.000 Schüler an 1500 Schulen getestet. Das schlechte deutsche Abschneiden bei dem weltweiten größten Schulleistungstest der OECD hatte den Ruf nach umfangreichen Schulreformen ausgelöst.