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Russische Agenten lebten offenbar in der Pfalz

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Russische Agenten lebten offenbar in der Pfalz

25.10.2011, 14:18 Uhr

Die Zentrale des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR (Slushba Wneschnej Raswedki) in Moskau (Quelle: dapd)

Die Zentrale des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR (Slushba Wneschnej Raswedki) in Moskau (Quelle: dapd)

Nach der Festnahme eines russischen Agentenpaars in der vergangenen Woche erhärten sich Hinweise auf eine größer angelegte Industriespionage. Das Paar soll von 2002 bis 2010 mit österreichischem Pass im pfälzischen Landau gelebt haben, berichtete die "Rheinpfalz" und bezieht sich dabei auf Berliner Sicherheitskreise.

Der Mann war den Informationen zufolge beim Autozulieferer Faurecia in Hagenbach im Kreis Germersheim beschäftigt. Er wird verdächtigt, dort Betriebsgeheimnisse ausspioniert zu haben.

Jahrelang verschlüsselte Nachrichten an Moskau gesendet

Zuletzt arbeitete der 45-jährigen Maschinenbauer bei dem zur Schunk Group gehörenden Betrieb Voetsch im schwäbischen Balingen. Dort wurde der von ihm genutzte Firmencomputer beschlagnahmt, wie die Schunk Group bestätigte. Nach ersten Auskünften der ermittelnden Bundesanwaltschaft habe es aber noch keine Hinweise auf eine Ausspähung gegeben, teilte der Konzern mit.

Das Paar soll im vergangenen Jahr von Landau ins hessische Marburg gezogen sein. Sie wurden in der vergangenen Woche in Marburg und Balingen festgenommen. Beide stehen im Verdacht, für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben.

Der Mann und seine heute 51 Jahre alte Ehefrau seien bereits 1990 mit gefälschten Pässen über Mexiko nach Deutschland eingereist, berichtete der "Focus". Die falsche Identität soll ein österreichischer Standesbeamter vermittelt haben. Mit einem Kurzwellensender haben die beiden angeblich jahrelang verschlüsselte Nachrichten an Moskau abgesetzt. Dem "Spiegel" zufolge bestreiten die Verdächtigen die Vorwürfe.

Kontakt mit russischer Spionin Chapman

Nach einem Geheimdienst-Hinweis aus den USA seien die Verdächtigen ins Visier der deutschen Ermittler geraten, so der "Focus". Das mutmaßliche Agentenpaar pflegte offenbar intensiven Kontakt mit der 2010 in den USA aufgeflogenen russischen Spionin Anna Chapman. Regelmäßig sei ein Kurzwellenkanal belegt gewesen, den sie und das Duo nutzten, heißt es. Die als rothaarige "Agentin 90-60-90" bekanntgewordene Chapman gilt in Russland als Medienstar.

Die Bundesanwaltschaft hatte bereits am Freitag von den Festnahmen berichtet, sich mit Details zu dem Fall aber zurückgehalten. Beamte des Bundeskriminalamts und der Spezialeinheit GSG 9 hatten die beiden am Dienstag festgenommen. Am Mittwoch wurden die Beschuldigten dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehle gegen sie erlassen und Untersuchungshaft angeordnet hat.

Bericht: Agenten längst im Ruhestand

Der Fall ist dem "Spiegel"-Bericht zufolge der erste seiner Art in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Die Ermittler vermuten demnach, dass die mögliche Geheimdiensttätigkeit der Eheleute noch zu Zeiten des früheren russischen Auslandsgeheimdiensts KGB begann.

Der russische Auslandsgeheimdienst SWR wollte sich nicht zu dem Fall äußern. "Wir geben dazu keinen Kommentar ab", sagte SWR-Sprecher Sergej Iwanow der Agentur Interfax.

Einem russischen Zeitungsbericht zufolge sind die beiden längst im Ruhestand gewesen. Es gehe hier nicht um "Spionageaktivitäten", zitierte die Tageszeitung "Iswestija" einen Agenten des SWR. Vertrauenswürdige Spione im Ruhestand würden oft noch genutzt, um heikle Informationen anzunehmen und weiterzugeben - "wie eine Art Briefkasten", sagte der Beamte.


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Quelle: dpa , AFP , dapd

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Kommentare (1)

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Thema: "Russische Agenten lebten offenbar in der Pfalz"

Theko schrieb: am 25. Oktober 2011 um 14:40:01
(2) (0) Spione in der Pfalz
Ja wo sollen Sie denn sonst gelebt haben? In einem Bundesland mit sozialistischen- kommunistischen Spektrum ist so etwas
ganz einfach. Im Rücken die revolutionserprobten Franzosen und schon ist Lenin wieder aktiv. Da denkt man der kalte Krieg ist zu Ende, aber die roten Erdsferkel schnüffeln noch überall herum. Die sogenannte Schrödermafia immer aktiv und immer drauf bedacht Deutschland zu schaden. Aber nicht mehr wenn der demokratischste Demokrat Putin wieder regiert. Zitat Schröder (****)
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