Elefantenmaus oder Mäuseelefant? Das Rüsselhündchen ist in Tansania zu Hause (Quelle: dpa)Einen kleinen und skurrilen neuen Verwandten des Elefanten haben Biologen in den Wäldern Tansanias entdeckt. Das Graugesichtige Rüsselhündchen wiege mit rund 700 Gramm etwa ein Viertel mehr als seine bisher bekannten Verwandten unter den Elefantenspitzmäusen. Das berichten Forscher um Galen Rathbun von der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften in San Francisco im "Journal of Zoology" der Zoologischen Gesellschaft London. Das in lebenslanger Einehe lebende Pelztier erhielt den lateinischen Namen Rhynchocyon udzungwensis.
Das Rüsselhündchen war den Wissenschaftlern erstmals 2005 aufgefallen, als ein Exemplar in eine Kamerafalle tappte. Francesco Rovero vom Museum der Naturwissenschaften in Trient in Italien hatte die Apparate im Udzungwa-Nationalpark in Tansania aufgestellt, um die Tierwelt des Gebirgswaldes zu erfassen.
Nur zwei Sippen identifiziert
Im März 2006 machte sich eine Expedition unter Rathbuns Leitung auf, um die Tiere zu erforschen. Trotz Dauerregens mitten in der Trockenzeit fingen die Forscher vier Rüsselhündchen und beobachteten 40 weitere. Die Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass nur zwei Populationen der neuen Art existieren, die einen insgesamt 300 Quadratkilometer großen Lebensraum in den Regenwäldern der Udzungwa-Berge besiedeln.
Mehr Elefant als Maus
Im Englischen heißen Rüsselhündchen "elephant shrews", also "Elefantenspitzmäuse". Diesen Namen verdanken sie ihren langgezogenen Schnauzen. Erst später wurde bei molekularbiologischen Analysen nachgewiesen, dass sie tatsächlich mit den Dickhäutern verwandt sind - viel enger als beispielsweise mit den Spitzmäusen. Rüsselhündchen zählen zu den Rüsselspringern. Sie sehen Spitzmäusen ähnlich, sind aber größer.
Rüsseltiere in Afrika verbreitet
Typisch sind neben großen runden Augen und langen Beinen die spitzen und sehr langen Schnauzen. Rüsselspringer sind in Afrika weit verbreitet und leben in sehr unterschiedlichen Lebensräumen - in Wüsten wie der Namib in Südwestafrika ebenso wie in den Gebirgs- und Tieflandwäldern Zentralafrikas. Auf dem Speiseplan der Elefanten-Verwandten stehen außer Insekten und anderen Wirbellosen auch Früchte und Samen.